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Die Haaner Kirmes beschert den Ersthelfern viele Einsätze

Die Haaner Kirmes beschert den Ersthelfern viele Einsätze

DRK: Zahl der Einsätze hat sich verdoppelt. Heute endet die Kirmes. Gestern gab’s noch das traditionelle Hahneköppen.

Haan. Der Kirmes-Montag ist traditionell der Tag für die Haaner. Betriebe lassen ihre Angestellten ziehen, Schüler dürfen sich mit schwindelerregenden Fahrgeschäften und Zuckerwatte anstatt mit Schulaufgaben beschäftigen — und dann wird noch ein Hahn geköpft.

Und es war der vorletzte Tag, eine gute Möglichkeit zu schauen, wie die letzten Tage so gelaufen sind. Zum Beispiel bei der Rettungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Malteser. „Wir hatten bisher keine Extreme“, wusste Cemal Taylan von der DRK Pressestelle am Montag zu berichten. Alkohol und warmes Wetter hätten vor allem für Einsätze aufgrund von Kreislaufbeschwerden geführt. Insgesamt 52 Erstversorgungen sowie Versorgungen in der Unfallhilfestelle auf dem Parkplatz hinter der Post sind seit Kirmeseröffnung bis Montagmittag gezählt worden. Das waren zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (20). Neben Beschwerden über den Kreislauf sind „kleinere chirurgische Sachen“ am Häufigsten vertreten, weiß Taylan. So sei beispielsweise am Samstag „eine Dame in Glas getreten.“

Während beim DRK über menschliches Leid gesprochen wurde, ging es gleich nebenan, auf der Martin-Luther-Straße, einem Hahn an den Kragen. Viele Zuschauer hatten sich bereits kurz vor 10 Uhr zum traditionellen Hahneköppen versammelt. Zum 17. Mal veranstaltete der „Traditionsverein Haaner Hahneköppen“ das etwas martialische Schauspiel, bei dem mit verbundenen Augen, mit einem Säbel gerüstet, ein Hahnenkopf (eines bereits toten Tieres) zum Ziel wird — manövriert durch laute Zurufe der Zuschauer. Sitzt der Schlag winkt ein passender Gewinn: Ein halbes Hähnchen im Rathausgrill. Pro Schlag zahlen Teilnehmer einen Euro. Der Erlös geht an die Haaner Tafel. Schon der erste Schlag saß an diesem Kirmesmontag, und der Kopf flog in hohem Bogen davon. Über zwei Stunden dauerte es dann aber doch noch, bis alle zwölf Hähne erfolgreich geköpft waren.

Auch Alkohol gehört zum Hahneköppen, vor jedem Versuch bekommt der Teilnehmer einen Schnaps. Auch der Großteil der Zuschauer betrachtete die Veranstaltung in feucht-fröhlicher Weise. Leider war in diesem Jahr auch im sonstigen Kirmesbetrieb der Alkoholkonsum „besonders von jungen Kirmesbesuchern“ auffällig hoch, beobachtete Klaus Kappert, stellvertretender Leiter der Feuerwache. „Es wird immer mehr“, spricht er aus Erfahrung.

Viele Jugendliche würden sich zum sogenannten „Vorglühen“ im Park treffen. „Da haben wir dann hinterher häufig das Problem, herauszufinden wie viel jemand wirklich getrunken hat“, denn auf Nachfrage würden viele zunächst nur vom Konsum auf der Kirmes selbst berichten. „Oft war es dann im Vorfeld weitaus mehr“, sagt Taylan. Darüber hinaus freute sich Raphael Herlos, stellvertretender DRK-Bereitschaftsleiter, darüber, dass am Wochenende insgesamt nur drei Kinder in der DRK-Sammelstelle gelandet sind, die den Anschluss an ihre Eltern verloren hatten. „Das ist in Zeiten des Handys viel weniger geworden.“