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Die Eiskönigin: Hildener haucht Disney-Figuren Leben ein

Animationskünstler in Hollywood : Hildener haucht Disney-Figuren Leben ein

Kein Job wie jeder andere: Der Hildener Jacob Frey arbeitet als Animationskünstler für Disney in Los Angeles. Er hat auch am aktuellen Film „Die Eiskönigin II“ mitgewirkt.

Ein Hildener stand bis zur Premiere von „Jumanji II“ und des neuen Star-Wars-Teils vier Wochen lang auf Platz eins der deutschen Kino-Charts. Jacob Frey war nämlich Teil des Teams, das „Die Eiskönigin II“ auf die Leinwände gebracht hat. Der 35-Jährige ist Animationskünstler und hat vielen Charaktere Leben eingehaucht. „Die meisten Shots, die ich animiert habe, waren mit Kristoff oder Elsa. Und ich hatte sehr viel Spaß, einige der Unterwasserszenen mit Elsa und Nokk, dem Wasserpferd zu animieren“, erklärt Jacob Frey.

Von Hilden nach Hollywood: Jacob Freys Karriere begann mit einem Scheitern: Nachdem er zweimal sitzengeblieben war, musste er das Helmholtz-Gymnasium verlassen. „Ich galt als einer der schlechtesten Schüler in der Klasse.“ Seine Eltern und sein Klassenlehrer Anton Kolb hätten jedoch immer an ihn geglaubt.

Schwerpunkt Kunst am Elly-Heuss-Knapp-Berufskolleg

„Ich hatte damals den Glauben an mich selbst verloren und war tatsächlich überzeugt, ein hoffnungsloser Fall zu sein.“ Er wechselte auf das Elly-Heuss-Knapp-Berufskolleg nach Düsseldorf mit dem Schwerpunkt Kunst. Das veränderte alles. Schule macht plötzlich Spaß. „Mit einem klaren Ziel vor Augen habe ich angefangen, mich in der Schule mehr einzubringen und wurde vom Klassenschlechtesten zum Klassenbesten. Nun hatte ich Einsen und Zweien anstatt Vieren und Fünfen.“ Und genau zu diesem Zeitpunkt entdeckte der junge Hildener auch seine wahre Leidenschaft: Pixar Filme. Nachdem er „Findet Nemo“ gesehen hatte, stand für ihn fest: Das möchte ich auch machen.

Der Hildener hat die Figuren im Animationsfilm „Die Eiskönigin II“ mit zum ­Leben erweckt. Foto: dpa/-

Sein erster Animationsfilm, den er mit seinem Eltern im Flur gedreht hat, fällt bei den Professoren an der Filmakademie Baden-Württemberg durch, trotzdem darf er sein Können beim Aufnahmetest beweisen. Dort überzeugte er die Jury, 2007 beginnt er sein Studium. „Während meiner Zeit an der Filmakademie hatte ich die Möglichkeit, an Unmengen an Projekten mitzuarbeiten und habe bei mehreren Projekten selbst Regie geführt. Meine Kurzfilme wurden international über 100 Mal preisgekrönt. Im Endeffekt hat kein anderer Student an der Filmakademie so viele Trophäen gewonnen“, sagt Jacob Frey. Nach seinem Studium heuert der Hildener bei Illumination Mac Guff an, um den Film „Secret Life Of Pets“ zu animieren. „Nach einem Monat in Paris klopfte Disney an der Tür.“ Jacob Frey wechselt, zieht 2014 in die USA, an die er sich langsam aber sicher gewöhnt hat. Sein erster Film war „Zoomania“ (dafür gewann sein Studio einen Oscar) danach „Moana“, „Wreck It Ralph 2“ und nun der zweite Teil der Eiskönigin. „Im kommenden Jahr werde ich an ,Raya and the Last Dragon’ arbeiten“, verrät er.

„Bei jedem Film ist es immer erneut eine Herausforderung, sich in die Charaktere hineinzuversetzen“, erklärt Jacob Frey. Es gibt Supervisor, die im Vorfeld die Persönlichkeit der Figuren herausarbeiten. Die Animationskünstler arbeiten mit ihnen, aber auch mit den Regisseuren eng zusammen. Auf diese Weise gibt es direktes Feedback, ob die Animation in die richtige Richtung geht. Trotz der Vorgaben hat Jacob Frey auch Freiheit. „In einer ersten Version kann man relativ viele Ideen beisteuern, die die Szene beispielsweise unterhaltsam oder emotional gestalten“, erklärt er. Sein Lieblingscharakter aus „Die Eiskönig II“ ist der Salamander, den er allerdings nicht selbst animiert hat.

Kontakt nach Hilden hält Jacob Frey über seine Eltern und seine Freunde. „Ich vermisse die Jahreszeiten, die Wälder, meine Familie, unseren Hund, alte Freunde, den Georgi-Grill im Süden, das Eiscafé Engelbertz, öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad fahren“, erklärt er. Deswegen besucht er seine Heimat auch so oft es geht. Über Weihnachten wird er wieder in Hilden sein, seine Familie und Freunde besuchen, die eine oder andere Currywurst essen.

Das eine ist, nach Hilden zu kommen – das andere wäre, Hilden in die Filme zu holen, die er animiert. Hat er seine Heimatstadt vielleicht schon irgendwo heimlich mit in einen Kinofilm eingebaut? „Bisher nicht“, erklärt er. „Allerdings wird sich das in der Zukunft bald ändern. Aber darüber kann ich noch keine Details bekannt geben.“