Arbeiten fast abgeschlossen Das „neue“ Haaner Bachtal

Haan · Seit August 2023 wurde der Grünzug aufwendig umgestaltet. Kurz vor der Fertigstellung steigt die Spannung, was die Bürger dort demnächst erwartet. Die Stadt gewährte einen Blick hinter den Bauzaun.

Projektleiter Jens Gabe und Bürgermeisterin Bettina Warnecke schauten sich kurz vor dem Ende der Bauarbeiten im Haaner Bachtal um. Die Fertigstellung ist frühestens Ende August zu erwarten.

Projektleiter Jens Gabe und Bürgermeisterin Bettina Warnecke schauten sich kurz vor dem Ende der Bauarbeiten im Haaner Bachtal um. Die Fertigstellung ist frühestens Ende August zu erwarten.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Vieles ist neu im Haaner Bachtal, und alles soll noch schöner und besser sein als vorher. Daran, dass dieser Anspruch eingehalten wird, haben Projektleiter Jens Gabe und Bürgermeisterin Bettina Warnecke keinerlei Zweifel. Beim Gang über das Gelände ist ihnen die Vorfreude auf die bevorstehende Wiedereröffnung deutlich anzumerken. „Die Neugestaltung einer 3,6 Kilometer langen Grünfläche ist ein absoluter Karrierehöhepunkt“, schwärmt Gabe. Warnecke ist sich sicher: „Wir haben das Bachtal aufgefrischt und viel zugänglicher gemacht.“

Noch künden überall abgestellte Materialien und Gerätschaften sowie die Arbeiter davon, dass man hier eine Baustelle betritt. Schilder und Bauzäune weisen darauf hin, dass der Öffentlichkeit der Zugang noch verwehrt ist. So mancher Spaziergänger übersieht das geflissentlich...

Ein wenig Geduld ist noch gefragt: Eine Fertigstellung ist wohl frühestens im August zu erwarten – nach dann ziemlich genau einjähriger Bauzeit. „Das liegt an der Witterung“, erklärt Gabe. Nässe und Feuchtigkeit hätten die Arbeiten verzögert. Für die Eröffnung hat die Stadt einen gemeinsamen Spaziergang nicht zuletzt mit denjenigen Bürgern geplant, die das Projekt mit Spenden unterstützt haben. Ein Termin im September ist wahrscheinlich.

Bis auf die schöne Natur ist eigentlich so ziemlich alles neu im Haaner Bachtal. Vor allem soll es für alle Altersgruppen da sein. Für die Nutzbarkeit auch für Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder sorgt die neue versickerungsfähige Wegdecke, die derzeit fertiggestellt wird. Dabei wird der Asphalt mit Stahlkügelchen, sogenannter Luxovite, bearbeitet. „Sie bewirkt Aufhellung und Rückstrahlung“, erklärt Gabe. In Kombination mit den 54 neuen solarbetriebenen LED-Leuchten ist somit energieeffizient für optimale Lichtverhältnisse gesorgt.

Die Grünanlage wird barrierearm, nicht barrierefrei

Alle Zugänge zum Tal – Treppen und Rampen – wurden erneuert und mit Geländern und versehen. Eingangsstelen klären den Besucher darüber auf, dass er das Haaner Bachtal betritt. Es gibt neue Bänke und Liegen, 240-Liter-Mülleimer und einen Fitnessparcours mit fünf Stationen. Viele Bäume und Sträucher wurden neu gesetzt, die Drainage erneuert. Balken inklusive „Insektenhotels“ sichern an gefährlichen Stellen die Wege ab. Für eine regelmäßige Grünpflege – im oberen Bereich extensiv, im unteren intensiv – ist gesorgt.

Glanzstück der Umgestaltung sind die vier neuen Spielflächen, die bereits – bis auf den fehlenden Sand oder die Sitzbänke – Gestalt angenommen haben. Für die Jüngsten ist der Wasserspielplatz auf Höhe des Eingangs Wiesenstraße gedacht; Gabe erwartet hier eine „hohe Frequenz“. Im Zentrum des Parks an der Stelle der früheren Kletterspinne liegt der Kletterspielplatz, auf dem die 6-12-Jährigen herumkraxeln dürfen. Gabe: „Vergleichbare Anlagen findet man sonst in Spielparks. Das wird ein echter neuer Treffpunkt.“ Die verwendeten Materialien – Hartholz, Stahl, Beton – sollen die Anlage widerstandsfähig gegen möglichen Vandalismus machen. Zusätzlich zum Klettergerüst werden an dieser Stelle eine Doppelschaukel, Tischtennisplatten und ein Calisthenics-Bereich zur Verfügung stehen.

Bergan Richtung Osten folgen Seilbahn und eine Nestschaukel, ein Stück weiter dann die „Ritterburg“. Sie konnte in den Ausmaßen auch dank der Spenden errichtet werden. Noch weiter Richtung Kleingärten entsteht schließlich für ältere Jahrgänge eine Bouleanlage – „wettkampffähig“, betont Gabe.

Gefälle sorgt mit Steigungen von bis zu 12 Prozent dafür, dass das Bachtal „barrierearm“, nicht aber barrierefrei sein wird. Und es könnte so manche brenzlige Verkehrssituation heraufbeschwören. Daher soll an ausgewählten Stellen das Wort „SLOW“ („langsam“) in den Wegbelag gebrannt werden. Auch Streifen in Mischpflasterung sollen Raser ausbremsen. Bettina Warnecke appelliert: „Wir müssen hier alle aufeinander Rücksicht nehmen.“