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Der nächste Schritt in Richtung Normalität in Hilden und Haan

NRW : Die Normalität rückt näher

Endlich wieder ins Fitnessstudio, endlich wieder ins Restaurant gehen – seit Freitag gelten in Hilden und Haan neue Corona-Regeln. Die Menschen genießen ihre neue Freiheit und können sich wohl auch auf weitere Lockerungen freuen.

Um 6.15 Uhr stehen die ersten Menschen bereits vor der Tür. Sie können es kaum erwarten, dass die Sportmühle um 6.30 Uhr öffnet. „Wir hatten jetzt siebeneinhalb Monaten geschlossen“, erklärt Stefan Spillner. „Dass wir endlich wieder öffnen dürfen, macht uns alle extrem glücklich“, sagt der Geschäftsführer des Hildener Fitnessstudios. Am Freitag ist in Hilden, Haan und den anderen Städten des Kreises Mettmann Stufe zwei der Corona-Schutzverordnung in Kraft getreten. Sie bringt einige Lockerungen mit sich. So dürfen Fitnessstudios und die Innengastronomie wieder öffnen, sofern die Gäste einen negativen Test vorweisen. Die Testpflicht in der Außengastronomie fällt weg.

 Bejto Beqiri vom Café Eisbär in Haan braucht seine Gäste in der Außengastronomie nicht mehr nach Corona-Tests zu fragen.
Bejto Beqiri vom Café Eisbär in Haan braucht seine Gäste in der Außengastronomie nicht mehr nach Corona-Tests zu fragen. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Viele der Geräte in den Trainingsräumen der Sportmühle sind belegt. „Ich freue mich sehr, dass ich wieder trainieren kann“, sagt Irene Schlamann. Sie war früher fünfmal die Woche in der Sportmühle, nennt das Fitnessstudio „mein Wohnzimmer“. „Als geschlossen war, bin ich morgens walken gegangen und haben einige Übungen auf meiner Matte zu Hause gemacht“, sagt sie. Über eine Kündigung hat sie nicht nachgedacht. Anders als rund zwölf Prozent der Sportmühle-Kunden. „Wir haben noch Glück gehabt, anderen Häusern geht es nicht so gut“, sagt Geschäftsführer Stefan Spillner. Doch das Geld fehlt nun, die Ausgaben haben sich jedoch nicht geändert. „Unser Problem fängt gerade erst an.“ Das vergangene halbe Jahr haben er und seine Mitarbeiter genutzt, um das Studio noch digitaler zu gestalten.

Gasthausbesucher wollen
lieber draußen sitzen

Der Auftakt zur Innengastronomie verlief beinahe unbemerkt. Grund dafür: das schöne Wetter. „Wir haben ausschließlich Tischreservierungen für den Außenbereich“, berichtete beispielsweise Monika Katsaris vom traditionsreichen „Brauhaus am Dom“ in Haan. Neben der Sonne locke vor allem auch die Tatsache nach draußen, dass im Gegensatz zu den Innenräumen kein Impfpass oder negativer Corona-Test mehr vorgelegt werden muss. Auch Bejto Beciri, Betreiber des Café Eisbär am Neuen Markt, stellte zwar Plätze im Innenbereich zur Verfügung, ging aber nicht davon aus, dass sie großartig genutzt werden würden: „Bei dem Wetter kein Wunder.“ Nur fünf der elf Tische in seinem Café darf der Gastronom im Innenraum belegen – so will es die Vorschrift. Immerhin: Den Wegfall der Testpflicht für draußen empfindet Beqiri als Schritt in die richtige Richtung: „Aber da müssen noch viele folgen“, fügt er hinzu. Aushilfen hätten sich in den vielen Monaten Lockdown teilweise beruflich anders orientiert. Dennoch hofft der Café-Betreiber, dass er bald wieder in allen Bereichen Normalität vermelden kann. Schwer werde der Weg allemal, weiß er: „Uns Gastronomen ist wirklich einiges zugemutet worden.“

Übrigens haben nicht alle die Möglichkeit, wieder Gäste in ihren Räumen begrüßen zu können, auch tatsächlich genutzt. „Wir starten erst wieder am 1. Juli“, heißt es beispielsweise aus dem Landgasthof Gut Hahn. Dann laufe die Bundes-Notbremse aus „und wir können wieder normal planen“, vermeldete die Pächterin. Das Verordnungs-Hin-und-her habe eine frühere Öffnung angesichts all der damit verbundenen Einschränkungen „für uns einfach nicht zugelassen. Das hätte keinen Sinn gemacht“. Während sich die Menschen über die neue Freiheit freuen, bewegt sich die Inzidenz auf die nächste Stufe der Lockerungen zu: Wenn der Wert auch am Samstag unter 35 bleibt, tritt am Montag Stufe eins der Schutzverordnung in Kraft. Dann fällt beispielsweise die Testpflicht im Fitnessstudio (außer Sauna und hochintensive Kurse) und in der Innengastronomie weg.