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Den Giftstoffen in Lebensmitteln auf der Spur

Den Giftstoffen in Lebensmitteln auf der Spur

Wie Schadstoffe sich auf Lebensmittel auswirken, erkunden Fabienne Mieling und Marvin Grotepaß. Dafür gibt es Preise bei „Jugend forscht“.

Hilden. „Zur Spurensicherung bei der Polizei“, antwortet Fabienne Mieling auf die Frage nach ihrer Berufswahl. „Ich liebe Laborarbeit.“ Den Grundstein für ihren Traumjob hat die 20-jährige Hildenerin bereits gelegt. So studiert sie zurzeit nicht nur Biologie und Chemie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, sondern hat sich als erfolgreiche Teilnehmerin bei „Jugend forscht“ einen Namen gemacht.

Sechsmal hat die ehemalige Schülerin des Helmholtz-Gymnasiums an diesem Wettbewerb teilgenommen und ist stets auf vorderen Plätzen gelandet. Der größte Coup gelang ihr aber, als sie jetzt beim Landeswettbewerb in Leverkusen in der Kategorie „Biologie“ mit Rang zwei aufs Podium kletterte und dafür 200 Euro erhielt. Die Qualifikation für den Bundesentscheid in Berlin hat sie damit zwar knapp verpasst, „aber das macht nichts“, sagt sie. „Ich bin trotzdem überglücklich.“

Auch der 15-jährige Marvin Grotepaß strahlt. Er hat sich, wie Fabienne Mieling, dem Nachweis von Giftstoffen in Lebensmitteln gewidmet (siehe Infokasten). In der Sparte „Physik“ erhielt er den mit 250 Euro dotierten Sonderpreis der Jury. Auch Marvin zieht es später mal ins Labor. „Das ist zwar noch lang hin, aber Chemielaborant — das könnte es sein“, sagt er. Sowohl Fabienne Mieling als auch Marvin Grotepaß sind Mitglieder der Chemie-AG des Helmholtz-Gymnasiums, die seit mittlerweile 30 Jahren besteht und seitdem an „Jugend forscht“ teilnimmt.

„Aktuell haben wir zwölf Mitglieder“, sagt der Vater des Ganzen, Walter Enßlin. Als er 1982 seinen Dienst als Lehrer am Helmholtz antrat, hat er die AG ins Leben gerufen. „Auslöser war eine Untersuchung von Sportplatz-Asche“, erinnert er sich. „Wir wollten wissen, was da alles drin ist — und sind sogar auf Spuren von Arsen gestoßen.“ Damit sei das Interesse an Giftstoffen geboren worden.

Weil Walter Enßlin schon so lange und vor allem unermüdlich dabei ist, ist er in Leverkusen ebenfalls ausgezeichnet worden — als der engagierteste Talentförderer, den man sich vorstellen kann. „Langeweile kennt der Mann nicht“, sagt Jan Bergner und lacht. Der 22-Jährige ist ehemaliger Helmholtz-Schüler, studiert wie Fabienne in Aachen und ist heute Betreuer der Chemie-AG.

Mindestens einmal in der Woche kommen die Mitglieder nachmittags zusammen, um zu forschen und zu experimentieren. „Fester Termin ist freitags von 15.30 bis 20 Uhr“, sagt Jan Bergner. „Es gibt aber auch schon mal Treffen außer der Reihe.“ Dabei ist die AG nicht auf Helmholtz-Schüler beschränkt. So kommt Marvin Grotepaß aus Langenfeld und besucht dort die neunte Klasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Jüngstes Mitglied ist übrigens der zehnjährige Tom Nöller. „Das ist spannender als Unterricht“, sagt der Fünftklässler, der gerne Chemielehrer werden möchte und die Leidenschaft für die Chemie-AG mit seinen beiden Brüdern Jörn (13) und Jan (15) teilt.