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Dekoration erschwert das Mähen auf dem Friedhof

Dekoration erschwert das Mähen auf dem Friedhof

Gärtner sammeln Kerzen und Gestecke ein, Besucher stellen sie wieder hin.

Haan. Es ist jedes Mal das gleiche Ritual: Bevor die Mitarbeiter des Bauhofes die Grasflächen der Rasengräber auf dem städtischen Waldfriedhof mähen können, müssen sie zunächst die Grabstellen abgehen und die Gegenstände einsammeln, die Angehörige auf den ebenerdig verlegten Grabsteinen abgestellt haben. Darunter finden sich Gestecke, Grablampen, kleine Gedenksteine in Herzchenform oder auch Schnittblumen in Steckvasen. Die Beigaben werden dann von den Mitarbeitern auf den eigens dafür eingerichteten gepflasterten Sammelflächen deponiert. Das ist nicht nur lästig, das kostet auch viel Zeit. 15 bis 18 Mal wiederholt sich dieses Ritual zwischen April und Oktober.

Dabei verstößt das Ablegen von Grabschmuck an Rasengräbern gegen die Friedhofssatzung. Darauf weist die Stadtverwaltung nun erneut hin. Denn dabei handelt es sich um eine Bestattungsform, bei der die Angehörigen bewusst auf eine individuelle Grabgestaltung verzichtet haben und die Pflege der Friedhofsverwaltung überlassen. „Doch viele Angehörige halten sich nicht an die Auflagen, keine Gegenstände an den Platten abzulegen“, erklärt Stadtsprecherin Sonja Kunders. Das jedoch erschwere die Arbeit der Friedhofsgärtner ungemein. Und: „Es kommt häufig vor, dass selbst Schmuck, den die Mitarbeiter beiseite gestellt haben, mehrmals zurückgelegt wird“, bestätigt auch ihr Kollege Jürgen Simon. Obwohl an den Eingängen auch Schilder auf dieses Ablegeverbot in den Sommermonaten hinweisen.

Seit nunmehr vier Jahren hat die Stadt die Pflege des Waldfriedhofs wieder selber übernommen, nachdem dies zuvor ein Unternehmer im Auftrag der Stadt erledigte. Der städtische Friedhof konkurriert mit den vier konfessionellen Gottesäckern an der Allee- und der Prälat-Marschall-Straße (beide evangelisch) sowie an der Thienhausener und der Pastor-Vömel-Straße (beide katholisch). In der Vergangenheit war in Anbetracht geringer Nutzungszahlen mehrfach eine Schließung des Waldfriedhofs diskutiert worden. 1993 fanden dort 92 Beerdigungen statt, 2013 waren es nur noch 66, 2014 dann wieder 71. Für 2018 und 2019 rechnet die Stadt mit 79 Bestattungen, über die Hälfte davon in Rasengräbern für Särge oder Urnen.