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Das macht die Stadt Hilden mit unserem Geld

Hilden : Haushaltstour klärt über Ausgaben auf

Rund 60 Hildener machten sich am Samstagmittag ein Bild davon, wo die Stadt Hilden Geld investiert.

Wenn sich eine Reisegruppe gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung um einen aufgerissenen Straßenabschnitt versammelt, weiß der kundige Beobachter: Es ist wieder Zeit für die städtische Haushaltstour. Auf der Fahrt mit dem Bus durch Hilden erfahren Bürger einmal im Jahr ganz praktisch, an welchen Stellen die Stadt investiert. Und so hatten sich am Samstag an der Feuerwache rund 60 Bürger eingefunden und lauschten zunächst aufmerksam den Ausführungen von Kämmerin Anja Franke, die ihnen die Eckpunkte des Doppelhaushaltes 2020/21 vorstellte.

„Ich fand sehr gut, wie sie die Zusammenhänge erklärt hat“, lobte Besucher Lutz Huneke, der auch in der Vergangenheit bereits an der Haushaltstour teilgenommen hatte. „Das ist genau die richtige Form, die Bürger mit der Arbeit in der Verwaltung vertraut zu machen“, lobte der Hildener. „Es ist auch deutlich geworden, wie schwierig die Ausschreibungen für die Kommunen sind, weil sich die Firmen die Aufträge aussuchen können“, ergänzte Franz-Josef Verhaelen.

Was die Besucher im Konferenzraum der Feuerwehr anhand von Zahlen und Balkendiagrammen erfuhren, füllten die Veranstalter im Anschluss an den Vortrag mit Leben. Die erste Station der Tour lag direkt vor der Haustür. Denn die Arbeiten zur Erneuerung der Regenwasserkanäle, die laut Stadtverwaltung baulich und hydraulisch nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprachen, sind inzwischen am Feuerwehrhaus angekommen.

Neue Rohre sollen die Gefahr von Überschwemmungen minimieren

Rohre mit einem Meter Durchmesser warten darauf, in den Boden eingelassen zu werden. Sie sollen künftig durch ihr zusätzliches Volumen für Entlastung sorgen und die Gefahr von Überschwemmungen minimieren. 3,2 Millionen Euro kostet das Vorhaben die Stadt. „Wir denken, dass wir den Kostenrahmen und Zeitplan bis April 2021 einhalten werden“, sagte Dieter Drieschner, Sachgebietsleiter Stadtentwässerung, vor den Besuchern.

Die hatten einige Nachfragen: „Warum reißt man eigentlich die Straße mehrfach hintereinander auf, um irgendetwas zu verlegen, und asphaltiert zwischendurch, anstatt alles in einem Aufwasch zu machen?“, wollten mehrere Tour-Teilnehmer wissen. Das liege vor allem an der Vielzahl an Versorgungsträgern, die wiederum unterschiedliche Vertragsunternehmen beschäftigten, erklärte Drieschner. „Wir versuchen, das zu koordinieren, aber manchmal funktioniert das einfach nicht.“ Wenig später kletterten die Teilnehmer in den Doppeldeckerbus und fuhren zu einer weiteren Investitionsmaßnahme: Das marode Nebengebäude der Wilhelm-Busch-Schule am Standort Richrather Straße soll einem modernen, zweigeschossigen Neubau weichen. In dem soll dann Platz für zwei Klassen aus dem benachbarten Hauptgebäude entstehen, um dort die Mensa im Hinblick auf den Offenen Ganztag erweitern zu können. Die Fertigstellung ist bereits für diesen Sommer vorgesehen. „Sportlich“, befand eine Besucherin. Die Modulbauweise soll die schnelle Umsetzung möglich machen.

Eine weitere Station war der Bauhof, der ein neues Kehrfahrzeug bekommen hat, bevor es wieder zum Feuerwehrhaus zurückging. „Ein bisschen zu detailverliebt“, fand eine Neu-Hildenerin die Tour. Franz-Josef Verhaelen lobte: „Es ist interessant zu erfahren, wie die Abläufe in der Verwaltung sind.“ Die Teilnehmerzahl lag etwas unter dem Niveau ­früherer Jahre. Allerdings hatte die Stadt in der Vergangenheit Bürger persönlich eingeladen. Lutz Huneke würde eine Teilnahme an der Tour weiterempfehlen: „Schließlich wird immer mehr gemeckert, aber immer weniger Bürger beteiligen sich wirklich.“