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Coronavirus Hilden und Haan: Ordnungsamt patrouilliert über Spielplätze

Coronavirus : Ordnungsämter in Hilden und Haan machen ernst

Die Städte schicken das Ordnungsamt los, um Schließungen zu überprüfen.

Jetzt also doch: Nachdem die Landesregierung am Dienstagabend noch davon gesprochen hat, dass der Einzelhandel am Mittwoch mit strengen Auflagen und Einschränkungen öffnen darf, ist nun klar, dass ausschließlich Geschäfte des täglichen Bedarfs wie beispielsweise Supermärkte, Apotheken, Tierbedarfsmärkte sowie Baumärkte, Poststellen, Sparkasse, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Abhol- und Lieferdienste, Wochenmärkte und der Großhandel öffnen dürfen. In der Nacht hat die Landesregierung nachgebessert. „Alle anderen Verkaufsstellen des Einzelhandels sind (...) zu schließen“, heißt es weiter.

Das wird von Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes in Hilden auch kontrolliert: „Alle sind sehr einsichtig, es gibt keine Probleme.“ Das Geschäft „Blumen 2000“ hat er vor kurzem an der Mittelstraße Höhe alter Markt in Hilden eröffnet. Jetzt ist es geschlossen. „Aus aktuellem Anlass schließen wir bis 19. April 2020“, steht auf einer Tafel vor dem Ladenlokal: „Daher möchten wir unsere Pflanzen in gute Hände abgeben. Zum Mitnehmen so viel Sie tragen können.“ Passanten greifen zu. Auch Claudia Godec nimmt sich einige Zweige mit. „Eine gute Idee, besser als wegwerfen“, findet die Eventveranstalterin und Künstlerin. Sie ist seit 25 Jahren selbstständig. Und wie läuft es bei ihr? „Alles auf Null“, erzählt sie und schafft es trotzdem, ein Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern: „Ich habe ja schon einiges erlebt. Aber so extrem war es noch nie.“ Schlechte Laune helfe jetzt auch nicht weiter. Jetzt sei es wichtig, nicht die Zuversicht zu verlieren.

„Was ist denn hier los?“, fragt der Paketbote überrascht, als er vor der verschlossenen Filiale von Intersport Borgmann einige Schritte weiter steht. Mitarbeiter Dirk Bocksteeger öffnet die Tür und lässt ihn mit der Lieferung ein: „Du kennst dich ja aus.“ Die Geschäftsleitung habe alle Filialen geschlossen, die Mitarbeiter wurden informiert: „Wir machen noch einen Notdienst, Kurzarbeitergeld ist schon beantragt.“ Und wie geht es ihm persönlich? „Ich bin ein positiver Mensch“, sagt Dirk Backsteeger: „Ich hoffe, dass die Krise in fünf bis sechs Wochen vorbei ist.“

 In Haan hat die Stadt umgehend reagiert und die Allgemeinverfügung angepasst. „Wir schicken drei Zweierteams vom Ordnungsamt los, um die Vorgaben nachzuhalten“, erklärt Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Sollten noch weitere Teams benötigt werden, könnten auch andere Verwaltungsmitarbeiter in die Innenstadt und auf die Spielplätze geschickt werden. Das sei wichtig. „All diese Entscheidungen stellen unser normales, gewohntes Leben auf den Kopf, aber sie sind richtig und notwendig.“

(tobi)