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Corona-Auflagen Lockerungen Restaurants in Hilden und Haan

Restaurants und Cafés : Viele Stammgäste halten die Treue

Auch Essen in Buffetform dürfen die Gastwirte in Haan und Hilden nun wieder anbieten – und freuen sich über jeden weiteren Schritt zurück zur Normalität.

Judy Ye trägt natürlich eine Maske. Dass sie über das ganze Gesicht strahlt, ist dennoch unverkennbar. Die Augen der Betreiberin von „Asia Ming“ in Haan leuchten, denn endlich ist ihr Restaurant wieder geöffnet. Die Nachricht von der corona-bedingten Schließung traf sie und ihren Mann Ji Zou Mitte März hart, und als andere Restaurants Mitte Mai unter Auflagen wieder öffnen konnten, musste „Asia Ming“ geschlossen bleiben. Essen in Buffetform anzubieten ist erst seit Kurzem wieder erlaubt. „Und wir freuen uns von Herzen, wenn es bald weitere Lockerungen gibt“, betont Ye. Die Portionen am großen asiatischen Buffet sind kleiner als sonst, „wir holen lieber immer wieder Frisches nach.“

Und: Jeder Behälter ist nun mit einer Plastikhaube versehen. „Die hatten wir zum Glück noch im Keller. Bei der Bestellung der Möbel aus China waren für das komplette Buffet Plastikhauben dabei.“ 310 Plätze hat „Asia Ming“ eigentlich, 130 sind es im Moment. Am frühen Abend brummt der Laden normalerweise, auch jetzt ist das Restaurant ganz gut besucht, aber nicht mit Vor-Corona-Zeiten zu vergleichen. „Wir merken, dass die Leute zurückhaltend sind.“

Die Stammgäste allerdings, auch aus Bochum, Düsseldorf, Essen – das ließe sich anhand der Gästelisten jetzt gut sehen –, die halten Judy Ye und Ji Zou die Treue: „Seit wir wieder aufhaben, kommen manche jeden Tag. Wirklich, jeden Tag. Sie sagen, sie möchten die Zeit der Schließung nachholen“, freut sich die Betreiberin. Sie und ihr Mann haben das Restaurant gepachtet, Besitzer ist Möbel Ostermann. „Zum Glück wurde uns für die Zeit der Schließung die Miete erlassen. Ansonsten hätten wir nicht gewusst, wie es weitergeht.“ Nach einem großen Brand hatte Asia Ming erst seit elf Monaten wieder geöffnet

Gastronomen beklagen die fehlenden Messegäste

Auch Daniel Borgia fühlte sich im März, „als würde mir der Boden unter den Füßen weggerissen.“ Erst im August 2019 hatte er das Restaurant „Olive“ in der Hildener Innenstadt übernommen. Und dann kam Corona. Unter Auflagen hat er jetzt wieder geöffnet, der angebotene Lieferservice zwischenzeitlich sei nicht so gut angenommen worden. „Gerade die Messegäste fehlen fühlbar, der Umsatz ist lange nicht so, wie er vor Corona war.“ Anfangs seien die Gäste auch recht genervt gewesen von den zahlreichen Auflagen, mittlerweile sei aber eine gewisse Normalität eingekehrt.

Was Borgia nach der Schließung verändert hat? „Wir haben die Anzahl der Tische reduziert und anfangs auch die Karte. Und die Preise: Im Moment ist nicht die Zeit zum Geldausgeben für die Leute, daher möchten wir den Gästen in dieser Hinsicht entgegen kommen.“

Das aus zehn Festangestellten und Aushilfen bestehende Team des „Olive“, das bereits seit Jahren zusammenarbeitet, habe zum Glück gehalten werden können. „Aber ich freue mich schon so sehr auf den Tag, an dem wir vom Hotel- und Gaststättenverband die Nachricht bekommen, dass weitere Lockerungen umgesetzt werden können“, sagt Borgia und blickt optimistisch in die Zukunft.

Für Benjamin Kepler, Inhaber des Cafés „Röstzeit“, war die Nachricht der corona-bedingten Schließung ebenfalls ein großer Schock, hatte er doch gerade erst am 1. März als Franchise-Nehmer des Cafés angefangen. Doch er versank mit der Hiobsbotschaft nicht in Schockstarre, sondern stellte seinen Betrieb sofort auf Mitnehm-Service und Lieferdienst um.

Jeden Morgen wurde durchgehend frisch geröstet und gebacken, Kepler hatte sein Café — bis auf den Innenraum – keinen einzigen Tag geschlossen. „Vielleicht sagen manche Kollegen aus der Gastronomie, dass sich das nicht lohnt. Aber manche Sachen muss man nicht machen, weil sie sich lohnen, sondern weil man für die Kunden da sein möchte.“