CDU schlägt Elektro-Tretroller für Stadtverwaltung vor

Hilden : E-Scooter sollen im Hildener Rathaus rollen

Ein Elektro-Tretroller ist klimafreundlich, einfach zu steuern und läuft 30 Kilometer weit.

Schon im Sommer sollen Elektro-Tretroller über deutsche Straßen rollen, hat der Bundesrat beschlossen. 43 Prozent der Bürger können sich laut einer Umfrage vorstellen, einen Elektro-Tretroller zu nutzen, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 55 Prozent.

Aus Sicht der CDU-Fraktion gibt es in der Hildener Stadtverwaltung viele Bereiche, wo E-Scooter Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ersetzen könnten. Hausmeister könnten so umweltfreundlich zwischen verschiedenen Gebäuden hin- und herflitzen, Bauleiter ihre Projekte in Hilden kontrollieren oder Politessen zu ihren Einsatzgebieten rollen. E-Scooter haben für die stellvertetende Fraktionsvorsitzende Claudia Schlottmann viele Vorteile: Sie brauchen keinen Parkplatz, sind umweltfreundlich und können auch in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden. Deshalb soll die Stadtverwaltung „ergebnisoffen“ prüfen, ob E-Scooter sich auch für den Einsatz in der Stadtverwaltung eignen. Über den CDU-Antrag ist noch nicht entschieden.

Wo dürfen E-Scooter fahren? Sie werden auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind für Elektro-Roller tabu. Ist eine Einbahnstraße für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung freigegeben, gilt dies auch für Elektro-Tretroller.

Mit Elektro-Tretrollern wird es eng auf den Radwegen, fürchtet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Nordrhein-Westfalen. Er fordert den Bau von sicheren und geschützten Radwegen. Wenn Städte diesen Platz nicht schafften, werde es massive Probleme auf den Gehwegen geben, ist NRW-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann überzeugt. Denn in San Francisco, Paris, Prag und vielen anderen Städten habe sich gezeigt, dass die Scooter-Fahrer fast immer auf Gehwege ausweichen, wenn sie Radwege oder die Fahrbahn als zu gefährlich empfinden.

Aus Platzgründen rollen E-Scooter häufig auf der Fahrbahn

In Hilden werden Elektro-Tretroller aber häufig auf der Fahrbahn fahren müssen, weil es aus Platzgründen kaum eigene Radwege gibt. Oder der Stadtrat müsste sich dazu durchringen, Parkplätze für Radwege und Elektro-Tretroller zu opfern. Dafür gibt es im Moment aber keine Anzeichen. Im Gegenteil: In vielen Stadtbezirken sind öffentliche Parkplätze bereits so knapp, dass das Thema ein Politikum ist.

Hilden ist eine Stadt der „kurzen Wege“. 17 Prozent aller Wege in der Stadt werden umweltfreundlich mit dem Fahrrad und 37 Prozent zu Fuß zurückgelegt. So gesehen ist Potenzial für den Einsatz von Elektro-Tretrollern vorhanden.

Mit der Akzeptanz ist das allerdings so eine Sache. Der Hauptausschuss hatte unlängst beschlossen, zwei Elektro-Pedelecs für die Stadtverwaltung anzuschaffen. Obwohl die Auslastung der städtischen Dienstfahrräder ziemlich überschaubar ist. Seit September 2008 können alle rund 900 Mitarbeiter der Stadtverwaltung zwei normale Diensträder für Dienstfahren nutzen. 2011 wurden damit 14 Fahrten unternommen – pro Jahr. 2013 legten Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit einem E-Bike der Stadtwerke Hilden 27 Fahrten zurück, dazu 13 mit dem normalen Drahtesel. Mittlerweile gibt es nur noch ein normales Dienstrad. 2015 wurde es sechs Mal, 2016 17 Mal, 2017 15 Mal und 2018 neun Mal genutzt. Mit anderen Worten: Die allermeisten Mitarbeiter der Stadtverwaltung nutzen keine Diensträder, ob mit oder ohne Elektro-Unterstützung. Dann wäre da noch der Fahrkomfort. Die meisten E-Scooter haben Vollgummi Reifen. Auf glatten Flächen laufen sie akzeptabel. Aber viele Straßenbeläge in Hilden sind nicht so. Dann hört der Fahrspaß sehr schnell auf. Letzter Punkt: Kosten-Nutzen-Relation: Die meisten Scooter kosten zwischen 300 bis 600 Euro.