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Carsharing: 13 neue Gemeinschaftsflitzer

Carsharing: 13 neue Gemeinschaftsflitzer

Innerhalb weniger Wochen gibt es nun einen zweiten Carsharing-Anbieter. Die Smarts können überall abgeholt und abgestellt werden.

Hilden. Die Auseinandersetzung der größten Deutschen Carsharing-Agenturen weitet sich auf das Hildener Stadtgebiet aus: Wenige Wochen nachdem die BMW-Tochter Drive now ihr Angebot in Hilden an die Gelegenheits-Autofahrer gebracht hat, ist jetzt der Daimler-Ableger Car2go nachgezogen. „Von einer Auseinandersetzung kann man eigentlich nicht reden“, sagt dazu Car2go-Pressesprecher Andreas Leo. Der Markt sei so groß, dass die beiden führenden Anbieter zwar um Kunden konkurrieren, sich dabei aber nicht in die Quere kämen.

Dabei unterscheidet sich das Angebot von Car2go in einem Punkt grundlegend: Anstatt dass die Autos nur an bestimmten Stationen abgeholt und wieder abgestellt werden können, hat Car2go eine Vereinbarung mit der Stadt getroffen — die blau-weißen Smarts dürfen überall im öffentlichen Parkraum abgestellt werden. Die Parkgebühren rechnet das Unternehmen mit der Stadt ab.

Gestern Mittag standen die 13 Smarts überall im Stadtgebiet verteilt. Wo genau die Autos stehen, ist zu jeder Zeit im Internet auf der Homepage des Anbieters zu finden. Mit den Autos kann der Kunde dann für einen festen Preis von 29 Cent (inklusive Benzin) überall hinfahren. Abgeben kann man das Auto in jeder Stadt, in der das Unternehmen vertreten ist. Rund 3500 Autos sind in Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München, Stuttgart und Ulm im Einsatz — allein in Deutschland. Weltweit bedient das Unternehmen nach eigenen Angaben 450 000 Kunden.

„Für die Hildener bedeutet das auf jeden Fall einen zusätzlichen Service“, ist sich die technische Beigeordnete Rita Hoff sicher. Ein größeres Angebot werde praktikabler und würde für sich selbst werben. Die positive Wirkung für Hilden: Weniger beanspruchter Parkraum, in Bebauungsplänen weniger zu berücksichtigende Parkflächen, einen positiven Einfluss auf den öffentlichen Personennahverkehr. Erst im Sommer hätten die Gespräche mit den beiden Anbietern stattgefunden.

Eigentlich konzentriert sich Car2go auf Ballungszentren. Möglichst dicht besiedelt, aber ohne größere Freiflächen und ländliche Korridore — wie etwa zwischen den Städten des Ruhrgebietes — soll das Zielgebiet sein. „Nach Hilden sind wir gekommen, nachdem Düsseldorfer Kunden sich nach einer Ausweitung des Angebotes erkundigt haben“, sagt Andreas Leo.

Der klassische Kunde nutze das Auto für kurze Einkaufsfahrten oder Besuche in der Nachbarstadt. Deshalb sei der Düsseldorfer Speckgürtel auch interessant. Und für den Wochenendeinkauf eines durchschnittlichen Single- oder Zweipersonenhaushalt reiche die Kapazität des Smarts ebenfalls, so Leo.