Bürgerverein Hilden-Ost feiert: Von Bürgern — für Bürger

Bürgerverein Hilden-Ost feiert: Von Bürgern — für Bürger

Seit Jahrzehnten ist der Bürgerverein Hilden-Ost für das Viertel im Einsatz. Am Wochenende wurde gemeinsam gefeiert.

Hilden. Zum Anbeißen sah die Kuchenparade auf dem Hof der Grundschule Im Kalstert aus: Käsesahne, Obstkuchen oder Sahnetorte — für jeden Geschmack war etwas dabei. Vielfalt zeichnet auch den Bürgerverein Hilden-Ost aus, der am Samstag ein Familienfest auf dem Schulhof ausrichtete. Gefeiert wurde ab 12 Uhr und das Gelände füllte sich in der ersten Stunde langsam, aber stetig.

Geboten wurden neben Kuchen, Erbsensuppe und Staeks vom Grill auch Unterhaltung mit der Coverband „Hot Stuff“ sowie Spiele für Kinder. Im Vordergrund stand indes das Beisammensein — versteht sich der Bürgerverein doch als Sprachrohr aller Bürger im Hildener Osten, wie der kommissarische Vorsitzende Helmut Kauerz (63) betonte. „Das Familienfest gehört seit 40 Jahren dazu“, erzählte der Mann, der sich seit über 15 Jahren im Verein engagiert.

„Alles super hier“, bestätigte Anwohner Philipp von der Stein, „ich bin hier aufgewachsen und will hier auch bleiben.“ Während Sohn Moritz (6) beim Dosenwerfen und Fädenziehen sein Glück versuchte, übte Tochter Hannah (9) für ihren Auftritt mit den Hildener Jongleuren.

365 Mitglieder gibt es derzeit. Zum aktiven Kern zählen 20 bis 30 Personen, die auch am Wochenende im Einsatz waren. Die einen verkauften Bons für Speisen und Getränke, die anderen saßen am Infostand des Bürgervereins, die nächsten hatten Bierbänke und Tische aufgebaut.

Hiltrud Nonnast-Kauerz, die Frau des Vorsitzenden, war für die Vorbereitung des Fests in der Küche aktiv gewesen. „Vier Kuchen habe ich gebacken“, erzählte sie am Verkaufsstand, wo gut ein Dutzend Kuchen und Torten zur Auswahl standen. „Früher“, erinnerte sich Nonnast-Kauerz, „hatten wir auch mal 40 Kuchen“. Doch das Engagement im Bürgerverein habe nachgelassen, es gebe kaum neue Mitglieder.

Ein Problem, dass nicht nur den Verein in Hilden-Ost betrifft. Einerseits könne sie das verstehen: „Mit Anfang 20 hätte ich die Leute wohl auch ausgelacht, wenn sie mir vom Eintritt in den Bürgerverein erzählt hätten.“ Andererseits: Das Miteinander möchte sie nicht missen. Mit leuchtenden Augen erzählte die Frau aus dem Hildener Osten von den älteren Mitbürgern, die sie zu runden Geburtstagen besucht: „Das ist immer total nett.“

Getreu dem Motto „Zusammen sind wir stark“ kämpfte der 1970 gegründete Bürgerverein einst für Bürgersteige und Bildungseinrichtungen. Auch heute noch vertritt der Verein die Anliegen der Anwohner gegenüber Politik und Verwaltung vertreten, betonte Helmut Kauerz: „Wir erhalten alle Beschlussvorlagen für den Rat und haben ein Anhörungsrecht, wenn Bebauungspläne geändert werden.“

Zu den regelmäßigen Aktivitäten gehören die Wanderung am 1. Mai, die Oldie-Nacht im Herbst, Karnevals- und Nikolausfeiern sowie die Organisation des Martinszuges. Für Geselligkeit scheint im Hildener Osten also gesorgt. Warum der Bürgerverein kein Auslaufmodell ist, brachte Schreinermeister und Vereinsmitglied Joachim Ulff treffend auf den Punkt: „Wir fördern den Zusammenhalt, wir feiern gemeinsam und wir haben Spaß mit Gleichgesinnten.“

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