Bürgerhaus-Areal Gruiten: Stadt plant Offenlage der Pläne im Juli

Haan : Stadt Haan will Pläne im Juli zeigen

Das ehemalige Bürgerhaus in Gruiten ist bereits so gut wie abgerissen. Über die mögliche Bebauung tobt eine hitzige Diskussion.

Zur Zeit werden die letzten Container mit Schutt von der Baustelle gefahren. Der Abriss des alten Bürgerhauses in Gruiten liegt in den letzten Zügen. Umso heftiger tobt in der Stadt zurzeit die Diskussion, wie es auf dem Areal weitergehen soll.

Die Stadt kündigte eine Offenlage der Planung innerhalb der kommenden zwei Monate an – vermutlich noch im Juli. Der Abriss des Gebäudes war unabhängig davon erfolgt: „Es wurden Scheiben eingeworfen, nachts wurde zudem dort eingestiegen – wir mussten handeln“, erläuterte Jens Lemke (CDU) jetzt noch einmal im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, den er selber auch leitet.

Liberale verweisen auf den Beschluss aus dem Jahr 2016

Handlung war allerdings auch das, was die FDP jetzt in einer Anfrage an die Stadtverwaltung eingefordert hatte, wenn auch im Hinblick auf eine künftige Bebauung des Bürgerhaus-Areals. Auf dem Fundament des Beschlusses aus dem Jahr 2016 müsse nun etwas geschehen, betonten die Liberalen. Damals habe der Ausschuss die Verwaltung mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Bürgerhaus auf der Grundlage des kurz zuvor beschlossenen städtebaulichen Konzepts beauftragt. Außerdem sollte ein Investoren-Vergabeverfahren eingeleitet werden.

Nichts davon sei bis heute geschehen, kritisierten sowohl FDP als auch die Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan (WLH). Die Stadt gebe offenbar der Gründung einer städtischen Entwicklungs-Gesellschaft Vorrang vor der Erstellung des benötigten Wohnraums, hieß es.

Konzepte und Beschlüsse gebe es genug, betonte in diesem Zusammenhang WLH-Chefin Meike Lukat. Die Stadt weigere sich jedoch hartnäckig, diese tatsächlich auch umzusetzen.

Engin Alparslan, Technischer Beigeordneter der Stadt Haan, reagierte ausgesprochen empfindlich und heftig auf die Kritik der WLH. Er sprach von „selektiver Demenz“ einiger Ausschussmitglieder – eine Äußerung, die Lukat sofort in das Protokoll der Sitzung aufnehmen ließ. Der Vorfall belegt: Das Verhältnis zwischen einigen Politikern und dem städtischen Dezernenten ist seit Monaten bis zum Zerreißen gespannt.

Vor allem Meike Lukat beklagt immer wieder verbale Entgleisungen von Alparslan. Die kämen immer dann, wenn er mit Sachargumenten „nicht gegen meine Argumentation ankommt“, betont sie.

Lukat wirft Alparslan respektolses Verhalten vor

Jetzt fordert die Politikerin Maßnahmen: Nach gut 15 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Rat und in Ausschüssen sei ihr manch hitzige Diskussion gut bekannt, „aber das respektlose Benehmen des einzigen Beigeordneten der Stadt Haan, das durch die Bürgermeisterin offensichtlich toleriert“ werde, müsse mit Hilfe von Ordnungsmaßnahmen künftig auf eine sachliche Ebene zurückgeführt werden. Die Gemeindeordnung des Landes NRW liefere jede Menge Ansätze dazu.

Mehr von Westdeutsche Zeitung