Breitbandausbau: Viele Fragen offen

Zwei Repräsentanten der Telekom ließen bei ihrem Besuch im Ausschuss viele Fragen der Interessierten offen.

Haan. Eine Reihe von Überraschungen bot der Besuch von zwei Repräsentanten der Telekom im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften, Stadtmarketing und Touristik: Das Unternehmen werde mit eigenen Mitteln „grundsätzlich keinen Ausbau mehr starten“ in Haan, erklärte Klemenz Kisters (Manager im Infrastrukturvertrieb Region-West). Durch ein Ausreizen der Technik wird in weiten Teilen des Stadtgebietes die Bandbreite auf bis zu 250 Mbit im Download geschraubt, erläuterte Armin Judas (Technischer Ansprechpartner für Breitbandausbau in den jeweiligen Kommunen).

Der Ausbaugrad in Haan sei einer der höchsten in Nordrhein-Westfalen, betonte Kisters. In allen Neubaugebieten werde nur noch Glasfaser verlegt. Bei der Fragerunde blieben die Telekom-Leute so manche Antwort schuldig. Die gezielten Fragen zu ihren großen Breitband-Problemen stellten zwei Anwohner der Grundstücke Flurstraße 133 bis 137 den Experten später im Treppenhaus. Ob dabei Lösungen gefunden wurden, werden die nächsten Wochen zeigen. Im Sitzungssaal hatte Armin Judas nur erklärt, dass diese Unterhaaner Grundstücke (an der Deller Straße am Verteilerkasten und versorgt von der Kirchstraße) wegen der langen Kupferleitung nicht von den Vorteilen des Supervectorings erreicht werden könnten. Zu Beginn hatte sich Bürgermeisterin Bettina Warnecke eine „lösungsorientierte Atmosphäre“ gewünscht und klargestellt, die Stadt sei kein Ersatzunternehmen, das für die Telekom ins Breitbandnetz investiere. Ab 1. August wird Stück für Stück die „Supervectoring“-Technik eingeführt. Dadurch werden aus den alten Kupfer-Doppeladern Bandbreiten von 250Mbit gekitzelt. Die in den „Ausbau“-Karten blauen Bereiche lagen vornehmlich in Gruiten, aber auch im Industriepark Ost und Gewerbegebiet West. Mehrfach fragte Harald Giebels (CDU), warum der Norden von Solingen-Wald flächendeckend diese Bandbreite liefere, nicht aber der dichtbesiedelte Innenstadtbereich Haans. Hier blieben die Telekomleute unscharf oder wechselten das Thema. Und plötzlich gab Irritationen um Zahlen: Das im November vorgelegte Gutachten hatte ergeben, dass 56 Grundstücke bei Bandbreiten bis zu 30 Mbit unversorgt blieben. Die Telekomleute sprachen von 50 Anschlusspunkten, an denen 180 Haushalte hingen. Und die Politiker lernten, dass bei einer gebuchten Leistung von 50 Mbit auch eine Bandbreite von 30 Mbit noch in Ordnung sei. Haan hatte im Vorjahr aus Fördermitteln zum Breitbandausbau prüfen lassen, ob Zuschüsse für einen Ausbau möglich wären. Am Ende reichte es nicht, um Berliner Fördertöpfe anzapfen zu können. Derzeit aber werden Förderbedingungen umgestellt.