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Birgit Alkenings: Klarer Eindruck statt großer Show

Birgit Alkenings: Klarer Eindruck statt großer Show

Seit 23. Juni ist sie Bürgermeisterin von Hilden. Noch immer ist sie damit befasst, sich einzuarbeiten.

Hilden. Monika Kirchhoff ist zufrieden mit ihrer neuen Chefin. „Sie hat ihre klaren Ziele, klare Vorstellungen, und die setzt sie auch um“, sagt sie. Monika Kirchhoff ist Sekretärin bei der Hildener Stadtverwaltung, und ihre Vorgesetzte ist seit 23. Juni die neue Bürgermeisterin: Birgit Alkenings.

Nein. In ihrem neuen Amt will sich die 47-Jährige nicht verbiegen. „Ich überlege nicht, wie sich eine Bürgermeisterin benimmt. Es bringt nicht viel, über das eigene Auftreten nachzudenken. Ich mache das eher aus dem Bauch raus“, sagt Alkenings. Daher habe sie ihren ersten Arbeitstag im Rathaus mit offenem Blick angetreten: „Ein klarer Eindruck ist wichtiger als die große Show. Die Mitarbeiter müssen wissen, was von ihnen erwartet wird und wo der Chef hin will.“

„Die Stimmung im Rathaus ist gut, das Klima scheint gut zu sein“, sagt Alkenings. Allerdings verspürte sie anfangs auch ein leises Misstrauen. Denn die Mitarbeiter in ihrem direkten Umfeld hatten Sorge, ausgewechselt zu werden. Das ist beim Antritt eines neuen Bürgermeisters nicht unüblich. Alkenings aber will alles so lassen, wie es ist: Sie baut auf die Kompetenz ihrer Mitarbeiter, braucht deren Rat.

„Ich habe meinen Mitarbeitern von Anfang an gesagt, ich unterschreibe nichts, was ich nicht verstanden habe“, sagt Alkenings. Sie wälzt Akten, lässt sich viel erklären. Dabei kann sie nicht so strukturiert vorgehen, wie sich das die IT-Fachfrau vielleicht wünschen würde, kann also nicht ein Thema nach dem anderen abarbeiten. Sie muss sich vielmehr auf die Erfordernisse des laufenden Geschäfts einstellen, das ihr die Themen willkürlich auf den Schreibtisch wirft.

Ins Rathaus kommt Birgit Alkenings gegen 8 Uhr morgens, „und mein Tag ist meistens spät zu Ende“, erzählt sie — im Schnitt gegen 21 Uhr. Bei abendlichen Terminen kann es auch noch länger werden. Ihr Privatleben musste sie dazu nicht umstellen: „Durch meinen Beruf und meine politische Tätigkeit war ich auch vorher schon stark eingebunden.“

Die Miene der Bürgermeisterin auf diese Frage lässt darauf schließen, dass es in ihrem Arbeitsalltag (noch) keine geregelte Mittagspause gibt. Manchmal fährt sie zum Mittagessen nach Hause. Lässt es die Zeit zu, radelt sie aber auch gerne zum Einkaufen. „Was ich sehr schön finde, ist, dass ich jetzt mit dem Fahrrad ins Büro fahren kann“, sagt Alkenings, die vorher in Düsseldorf arbeitete. Oft wird sie bei ihren Touren von Bürgern angesprochen. „Das ist die direkte Bürgerbeteiligung mit der niedrigsten Hemmschwelle, dass die Bürger direkt sagen, was sie stört.“