1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Haan und Hilden

Bettina Warnecke möchte Bürgermeisterin in Haan bleiben - ein Portrait

Haan : Gruiten ist Heimat geworden

Bettina Warnecke möchte Bürgermeisterin bleiben. Die parteilose Kandidatin wird von FDP und CDU unterstützt. „Wenn ich sehe, was wir geschafft haben, bin ich richtig glücklich”, sagt sie.

Dass die Musik über Grenzen hinweg verbindet, hat Bettina Warnecke schon oft ganz persönlich erfahren. Selten war das Gefühl jedoch wohl so intensiv, wie an jenem Abend im August 2017. Gefeiert wurde damals das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Haan und der französischen Partnerstadt Eu. Und im Laufe der Feierstunde griffen die beiden Stadtoberhäupter zu ihren Geigen, um gemeinsam eine Komposition des großen Johann Sebastian Bach zu spielen – die Zuhörer bedankten sich bei dem Duo ­Warnecke/ Derrien damals mit Standing Ovations für die musikalische Teamleistung.

Als Teamspielerin sieht sich die Haaner Bürgermeisterin allerdings nicht nur in der Musik, wenn sie beispielsweise mit der Familie (Warnecke ist verheiratet und hat drei Söhne) zu Hause musiziert. Das sei auch für die Führung einer Stadt unerlässlich: „Nur wenn Verwaltung und Politik konstruktiv zusammenarbeiten, kann man viel für die Stadt bewegen“, sagt sie. Das habe in den vergangenen fünf Jahren ihrer Amtszeit auch schon sehr gut geklappt, „aber es gibt noch eine Menge zu tun“. Und darum kandidiert die 46-Jährige ein weiteres Mal für das höchste Amt in der Stadt Haan.

Die Bürgermeisterin
sieht sich als Teamspielerin

Geboren wurde Bettina Warnecke 1974 im norddeutschen Kiel. Sie ist Volljuristin und promovierte von 2002 bis 2005 an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften, Speyer. Auch die praktische Führung einer Verwaltung hat Warnecke von der Pike auf gelernt: Von 2004 bis 2007 war sie stellvertretende Leiterin des Kreiswehrersatzamtes Koblenz (mit rund 140 Mitarbeitern) sowie Leiterin des Berufsförderungsdienstes (rund 65 Mitarbeiter). Es folgten weitere Stationen auf der Bundeswehr-Karriereleiter, bevor die junge Mutter vor etwas mehr als fünf Jahren von Nachbarn angesprochen wurde, ob sie sich nicht auch eine Tätigkeit als Bürgermeisterin vorstellen könnte: „Durch meine vielen Wohnortwechsel hatte sich für mich nie eine längerfristige kommunalpolitische Tätigkeit ergeben,“ erinnert sich Bettina Warnecke.

Doch dann kam sie 2009 nach Gruiten und verliebte sich auf Anhieb in das Dorf und seine Menschen. Dort auf Dauer sesshaft zu werden und gleichzeitig die Zukunft der Stadt aktiv gestalten zu können, sei eine Herausforderung gewesen, „zu der ich 2015 einfach nicht nein sagen konnte”. Der Versuch brachte gleich einen großen Erfolg. Die für die CDU angetretene Parteilose setzte sich gegen vier gestandene Kandidaten durch, darunter auch Amtsinhaber Knut vom Bovert.

Bereut hat sie diesen Schritt nach eigener Aussage nie – im Gegenteil: „Wenn ich mir manche Zahlen angucke und sehe, was wir geschafft haben, bin ich richtig glücklich,“ sagt sie. Von den 100 Millionen Euro beispielsweise, die Haan in den kommenden vier Jahren verbauen wird, werden 65 Millionen in Bildungseinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten fließen. „Gut investiertes Geld, um den Neubau des Gymnasiums zu vollenden, die Grundschule Don Bosco mit einer Mensa auszustatten, die Grundschule Gruiten neu zu bauen, das Schulzentrum Walder Straße zu erweitern oder die Kita Erikaweg neu zu bauen,“ sagte die Bürgermeisterin bereits in ihrer Neujahrsrede.

Auch die FDP unterstützt
Bettina Warnecke bei der Wahl

Dass sich mit der Corona-Krise die Grundlagen für die kommenden Aufgaben dramatisch verschlechtert haben, ist ihr durchaus bewusst: „Aber das geht den übrigen Kommunen ja nicht anders. Wichtig ist, dass wir unsere Zukunft weiterhin aktiv gestalten.” Das trauen bei dieser Kommunalwahl nicht nur die Christdemokraten zu, sondern auch die FDP, die Warnecke ebenfalls als ihre Bürgermeisterkandidatin nominiert hat.

Eine weitere Großaufgabe im Zusammenhang mit den Schulen ist da zweifellos die Digitalisierung – und für die dazu benötigte digitale Infrastruktur sucht die Stadt gerade einen entsprechenden Anbieter, der den Anschluss ans Glasfasernetz sicherstellen soll. Dass Haan bei der Versorgung mit Kita-Plätzen landesweit auch immer wieder auf Spitzenplätzen eingestuft wird, freut die Mutter von drei Söhnen (zwei davon sind Zwillinge) ganz besonders. Ob Haan für sie Heimat sei, erklärt die in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein aufgewachsene Warnecke so: „Haan ist ein Ort, an dem wir uns mit unseren drei Kindern zu Hause fühlen. Ein Ort, an dem wir uns wohl fühlen und der für unsere Kinder später einmal Heimat sein wird”, sagt die Wahl-Gruitenerin. Ihr Mann und sie seien mit ihren Kindern aber auch regelmäßig im hohen Norden – „um Verwandten zu besuchen, aber auch, um unseren Kindern ein wichtiges Stück aus unserem Leben zu zeigen. Wenn wir dann nach vier Stunden wieder vor unserem Haus in Gruiten stehen, fühlt es sich gut an“.