Bei der Hildener Kneipentour herrscht Ausnahmezustand in der Stadt

Hilden : Die Hildener Kneipentour feiert Jubiläum

Interview Organisator Michael Pape spricht über die zehnte Auflage mit 24 Konzerten.

Zum zehnten Mal steigt Anfang November die Hildener Kneipentour. Erfinder und Organisator Michael Pape rechnet auch jetzt wieder mit rund 3000 Gästen, die am Samstag, 9. November, theoretisch 24 Konzerte im gesamten Stadtgebiet besuchen können. Die Planungen für die Jubiläumsausgabe sind so gut wie abgeschlossen, verrät Pape im Interview. Der Vorverkauf startet am Montag, 16. September.

Warum gibt es die Hildener Kneipentour eigentlich?

Michael Pape: Ich war vor zehn Jahren selbst als Musiker unterwegs, habe in vielen Kneipen gespielt. Und aus Gesprächen mit anderen Musikern wusste ich, dass viele auf der Suche nach einer Auftrittsmöglichkeit waren. In anderen Städten gab es bereits Kneipenrallyes, in Hilden allerdings noch nicht. Da lag es nahe, dass wir auch hier so eine Veranstaltung etablieren. Ich habe über einen Namen nachgedacht – eine „Kneipentour“ gab es damals nirgendwo.

Wie sah die erste Kneipentour aus?

Pape: Ich bin damals von Kneipe zu Kneipe gegangen und habe für die Idee geworben. Am Ende habe ich sieben Wirte überzeugen können. Dadurch, dass an dem ersten Kneipentour-Abend mehr als 100 Besucher pro Kneipe kamen, sind bei der zweiten Ausgabe ein paar Wirte mehr auf den Zug aufgesprungen. Und so hat sich die Veranstaltung bis heute weiterentwickelt. In diesem Jahr beteiligen sich bis jetzt 24 Kneipen an der Tour, drei Shuttle-Busse bringen die Gäste von einer Location zur nächsten.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Wirten?

Pape: Sehr gut. Meine Aufgabe ist es, auf Qualität, Vielfalt und Abwechslung des musikalischen Angebots zu achten. Bei der Kneipentour hat noch nie eine Band gespielt, von der ich nicht vorher etwas gehört hatte oder die einen extrem guten Ruf genießt. Allerdings liegt die endgültige Entscheidung, welche Band bei ihnen spielt, bei den Wirten.

Was haben Sie in den vergangenen Jahren gelernt?

Pape: Anfangs gab es einige logistische Probleme: Wirte hatten nicht genug Personal oder auch Getränke – sie hatten einfach nicht mit diesem Ansturm gerechnet. Seitdem weise ich die Wirte in den Vorgesprächen darauf hin, dass sie in kürzester Zeit 200 bis 300 Leute durchschleusen müssen. Das ist eine Herausforderung, auf die man vorbereitet sein muss.

Einige Kneipen sind recht schnell voll, sodass keine Leute mehr hineinkommen – das wird oft kritisiert. Was können Sie dagegen unternehmen?

Pape: Das lässt sich nicht wirklich verhindern. Wenn sich 3000 Besucher 24 Konzerte in Hilden teilen, sind das über 100 Gäste pro Kneipe. Vor allem im Innenstadtbereich tummeln sich die Leute. Mein Tipp ist einfach: Wer irgendwo nicht reinkommt, sollte weiterziehen. Vor allem in den Randbezirken, die durch unsere Shuttle-Busse angesteuert werden, sind die Chancen größer, in die Kneipe zu kommen. Die Kneipentour ist Ausnahmezustand. Die Gäste sollten sich früh genug entscheiden, wen sie sehen wollen, um dann auch rechtzeitig vor Ort zu sein. Nach ein bis zwei Sets können sie dann immer noch weiter­ziehen.

Warum gibt es keine Kneipentour im Sommer, wenn das Wetter besser ist?

Pape: Im Sommer ist Ferienzeit, die Schwimmbäder haben geöffnet, es gibt überall Feste – die Konkurrenz ist zu groß. Mit dem Termin Anfang November stecken wir zwischen den Herbstferien und dem Advent. Das passt einfach wunderbar.

Wer spielt auf der Kneipentour?

Pape: Bands aus ganz Nordrhein-Westfalen. Sie bewerben sich bei mir, ich vermittele dann weiter. Wenn die Gagenvorstellungen passen und die Qualität stimmt, schlage ich diese Bands vor. Die Wirte entscheiden dann am Ende.

Wie lange wird es die ­Kneipentour in Hilden
noch ­geben?

Pape: So lange die Menschen Spaß an Live-Musik und am Feiern haben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung