Baustart für Demenz-WG

Baustart für Demenz-WG

Acht Millionen Euro wurden rund um die Friedenskirche investiert. 14 Häuser sind verkauft. Jetzt beginnt der Bau eines Mehrfamilienhauses mit Sinnesgarten.

Hilden. „Generationsübergreifendes Wohnen“ sind Schlagworte der Jetztzeit. Auch rund um die Friedenskirche in Hilden sollen Familien, Senioren und Kinder enger zusammenrücken. Dafür haben die Immobiliengruppe IBS, die Evangelische Kirchengemeinde und die Stadtwerke rund acht Millionen Euro investiert.

„Das Gemeindezentrum und die Kindertagesstätte wurden im Jahr 2007 40 Jahre alt. Beide Gebäude waren sanierungsbedürftig“, sagt Pfarrer Yorck-Peter Wolf. In der Folge wurde das Gemeindezentrum modernisiert, die Kita integriert. Das frei gewordene Grundstück an der Schumannstraße kaufte die IBS, um dort 14 Einfamilienhäuser für junge Familien zu bauen. „Alle Häuser sind bereits verkauft. Die letzte Familie ist vor drei Wochen eingezogen“, sagt IBS-Vorstand Mario Temmink.

Zwischen den neuen rot-weißen Energiesparhäusern und dem Gemeindezentrum entsteht jetzt noch ein Mehrfamilienhaus mit barrierefreien Wohnungen. Die Baugrube wurde bereits ausgehoben. „Der Rohbau ist Mitte Dezember fertig, das Haus ab Juli bezugsfertig“, sagt Temmink.

Dann errichtet das Diakonische Werk im rund 400 Quadratmeter großen Erdgeschoss eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenzerkrankung. Rund um das Haus soll ein Sinnesgarten entstehen. „In der Demenz-WG werden Menschen leben, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr alleine sein können oder deren Familie mit der Pflege überfordert sind“, sagt Pfarrerin Sonja Schüller, Vorsitzende des Diakonischen Werks Hilden.

Der Unterschied zum Heim liege darin, dass die Mieter ihre Zimmer nach eigenen Wünschen gestalten können — mit persönlichem Mobiliar. Die Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann stellt eine 24-Stunden-Betreuung sicher. „Die Tagesstruktur und Pflege orientiert sich aber an den Wünschen und Gewohnheiten des Einzelnen“, erklärt Schüller. „Daher ist es wichtig, dass die Angehörigen präsent sind und sich einbringen.“

Das tun auf dem gesamten Areal auch die Stadtwerke — mit rund 350 000 Euro. Im Keller des Gemeindezentrums steht seit Ende des vergangenen Jahres ein Blockheizkraftwerk, das die Kirche, die Einfamilienhäuser und später das Mehrfamilienhaus mit Heizungswärme und Warmwasser versorgt. „Zudem liefert es Strom für die Kirche, und das öffentliche Netz und spart 30 Prozent Energie und CO2“, sagt Sabine Müller, Sprecherin der Stadtwerke, die Eigentümer des Blockheizkraftwerks bleiben.

Einen Etappensieg auf dem Weg zum generationsübergreifenden Wohnen konnten die Macher bereits feiern. „Einige Kinder, die in den Einfamilienhäusern wohnen, gehen bereits in die Kita.“ Auch die Senioren sollen künftig das Angebot im Gemeindezentrum nutzen — zum Beispiel den Seniorenclub.

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