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Barock-Wirt Thorsten Klimczak möchte Bürgermeister in Hilden werden

Hilden : Barock-Wirt will Bürgermeister werden

Thorsten Klimczak ist der vierte Kandidat, der seinen Hut in den Ring wirft. Der 47-Jährige ist in Hilden geboren worden und liebt seine Stadt, wie er sagt. Deshalb tritt er auch gegen Birgit Alkenings, Claus Pommer und Ralf Küppers an.

Viele Hildener kennen Thorsten Klimczak schon seit langem. Der 47-Jährige betreibt seit vielen Jahren Gaststätten in Hilden. Zunächst das „Le Premier“ im Rathaus-Center, dann den „Partykeller“ an der Schwanenstraße und seit 2011 das „Barock“ im Steinhäuser-Center. Nun wirft er seinen Hut in den Ring und möchte Hildens nächster Bürgermeister ­werden.

„Ich komme aus Hilden, und ich liebe die Stadt“, sagt er. Deshalb tritt er gegen Amtsinhaberin Birgit Alkenings (SPD), Claus Pommer (parteilos, unterstützt von Bürgeraktion, CDU, FDP und Grüne) sowie Ralf Küppers (Einzelbewerber) an. Die Listen mit seinen mehr als 140 Unterstützern hat er bereits im Rathaus abgegeben. Jetzt fehlt noch deren Prüfung. Danach steht er auch offiziell zur Wahl.

Thorsten Klimczak ist in der Hildener Lokalpolitik bisher noch nicht in Erscheinung getreten. „Mir ist klar, dass die anderen Kandidaten im Vorteil sind“, sagt er. Aber man könne sich überall hinein lesen. „Außerdem sitzen in der Verwaltung viele kluge Menschen, die mich beraten könnten“, sagt er. Völlig bewusst ist ihm, dass der Bürgermeister nur eine Stimme im Rat hat und dass die Mehrheit in diesem Gremium die Entscheidungen fällt. „Deshalb werde ich auch keine Wahlversprechen abgeben, die ich nicht halten kann – ich kann ja nicht alleine entscheiden.“

Warum die Hildener ihn trotzdem wählen sollten? „Anders als meine Konkurrenten höre ich auf die Menschen und nehme deren Sorgen ernst“, sagt Thorsten Klimczak. In seiner Kneipe trifft er Menschen zwischen 18 und 80 Jahren aus allen gesellschaftlichen Schichten, wie er erklärt. Dadurch habe er einen guten Eindruck davon, wo Hilden der Schuh drückt.

Kandidat möchte Kummerkasten für Hildener aufstellen

Und allein in den vergangenen Tagen und Wochen habe er mit 200 Hildenern gesprochen und gefragt, was sich in der Stadt ändern soll. „Anhand der Antworten entwickele ich mein Wahlprogramm, das jetzt allerdings noch nicht seht“, erklärt er. In seinem Lokal am Fritz-Gressard-Platz möchte er in den kommenden Tagen eine Art Kummerkasten aufhängen, in den jeder anonym seine Wünsche und Anregungen werfen kann.

Und privat? Wie sieht es da aus? „Privat ist privat – wer etwas von mir wissen möchte, kann mich gerne ansprechen.“ Wer mit Thorsten Klimczak ins Gespräch kommen möchte, braucht einfach im „Barock“ vorbeizuschauen. „Aber ich werde mich auf auf der Mittelstraße vorstellen und Infozettel verteilen“, sagt er. Als die Corona-Krise für die Schließung seines Lokals sorgte, hielt er mit kreativen und unterhaltsamen Videos zu seinen Gästen Kontakt. Dieses Format möchte er für seinen Wahlkampf ebenfalls nutzen. Sein Ziel sei es, die Wahl zu gewinnen. Und wenn das nicht klappen sollte: „Dann würde mir auch Vize-Bürgermeister reichen.“

Bei der vergangenen Kommunalwahl vor sechs hatte sich schon einmal ein Hildener Wirt aufstellen lassen – und dadurch den sonst von Politikern dominierten Wahlkampf deutlich bunter gemacht. Der inzwischen verstorbene Gerd Hegmann betrieb damals das „Laternchen“ an der Beethovenstraße und holte mit 5,8 Prozent mehr als Klaus-Dieter Bartel (Grüne, 5 Prozent) und Ludger Reffgen (Bürgeraktion, 3,3 Prozent).

In den sozialen Medien kursiert bereits seit einigen Stunden das Video, in dem Thorsten Klimczak seine Kandidatur verkündet. Der Zuspruch unter dem Beitrag ist enorm. „Das gibt mir Rückenwind“, sagt der Hildener. Der Beitrag des Hilden-Blogs „Hallo-02103“ wird kommentiert mit „Du hast meine Stimme“, „Der einzige vernünftige Kandidat“ und „Kann nur besser werden“ – aber auch mit „Wahnsinn, wie mutig und verrückt“.

Verrückt sei seine Kandidatur nicht. Auch wenn Thorsten Klimczak sagt, dass er ein wenig Spaß in Bürgermeisterwahlkampf bringen möchte: Als Spaßkandidat sieht er sich nicht. „Ich nehme den Wahlkampf ernst“, erklärt er.