Bahnhofsaufzug in Hilden ist wieder außer Betrieb

Bahnhofsaufzug in Hilden ist wieder außer Betrieb

Rollstuhlfahrer hat erhebliche Probleme, die Bahn zu kriegen.

Hilden. Es scheint eine unendliche Geschichte zu werden, bei der noch lange kein Happy End in Sicht ist: Schon seit vielen Jahren macht der Aufzug am Bahnhof in Hilden immer wieder Probleme. Zuletzt geriet er vor zwei Jahren in die Schlagzeilen, als er volle 16 Wochen ausgefallen war. Damals, so ein Bahnsprecher, habe ein Kurzschluss die Steuerung des Lifts schwer beschädigt. Aktuell ist der Aufzug, mit dem gehbehinderte Menschen sowie Bahnkunden mit Fahrrädern oder Kinderwagen den Höhenunterschied von der Unterführung zu den Bahngleisen überwinden können, mal wieder außer Betrieb.

Thomas Lutz stand kürzlich am Fuß der Treppe, als er sich spontan zu einer Fahrt mit der Bahn entschlossen hatte. Lutz’ Problem: Er sitzt seit einiger Zeit im Rollstuhl. Doch der 42-Jährige hat gegenüber so manch anderem Bahnkunden noch einen kleinen Vorteil. Er kann — allerdings nur mit großer Anstrengung — einige wenige Schritte laufen. Und sogar Treppen steigen, wenn er sich an einem Handlauf festklammern kann. Weil er trotz des defekten Lifts gerne seinen Zug kriegen wollte, schleppte sich Lutz, die eine Hand am Geländer, mit der anderen seinen Rolli hinter sich herziehend, die Stufen zum Bahnsteig hinauf. Fast oben angekommen wäre er beinahe noch gestürzt, weil der Handlauf bereits vor der letzten Stufe endet. Am Ende hat Lutz seine Bahn tatsächlich bekommen, allerdings nur, weil ihm ein Mitfahrer noch half, die 40 Zentimeter Höhenunterschied zwischen Bahnsteigkante und Zugeinstieg zu überwinden.

„Genau aus diesem Grund fahre ich in der Regel mit dem Bus“, sagt der Hildener. Dort sei zumindest immer ein Busfahrer da, der ihm bei Ein- und Aussteigen helfen könne. Auf Anfrage habe ihm die Bahn geraten, seine Fahrten vorher anzumelden. Dann könne ein Helfer zum Bahnhof geschickt werden. Doch das schränkt Lutz stark in seiner Flexibilität mächtig ein.

„Mal eben spontan irgendwo hinfahren geht so natürlich nicht“, sagt er. Dass Lutz nicht der Einzige ist, der sich über den mal wieder defekten Aufzug ärgert, wird beim Ortstermin für diesen Artikel klar. Ein älterer Herr beschwert sich ungefragt und lautstark über den Lift: „Das ist der Weltmeisteraufzug im Kaputtsein“, ruft er, das Teil sei öfter defekt, als es funktioniere. Die Bahn habe Thomas Lutz übrigens empfohlen, auf den Bahnhof Süd auszuweichen — ein Umweg von mindestens 1,3 Kilometern Länge. Auf der Internetseite www.bahnhof. de/bahnhof-de/Hilden-1033754 kann man sich übrigens den aktuellen Funktionsstand des Lifts anzeigen lassen. Der ist allerdings zurzeit mit einem Fragezeichen versehen, was soviel heißt wie: „Der Status ist unbekannt“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung