Awo präsentiert Nachhaltigkeitsprojekt Tauschen statt bezahlen – wie einst Hans im Glück

Haan · Ob Mitfahrgelegenheit, Hilfe beim Rasen mähen oder ein Glas Marmelade – der Tauschring Düsseldorf macht‘s möglich. Am 22. April stellt die Awo das Projekt in Haan vor.

 Mit diesem Plakat wirbt die Awo für ihren Vortrag.

Mit diesem Plakat wirbt die Awo für ihren Vortrag.

Foto: Awo Haan

(peco) Im Rahmen des Quartiersprojektes „Nichts verschwenden – wiederverwenden“ stellt die Arbeiterwohlfahrt Haan am Montag, 22. April, um 15 Uhr im Treff für Alt und Jung an der Breidenhofer Straße 7 den „Tauschring Düsseldorf“ vor.

1999 gründete sich in der Landeshauptstadt ein kleines Team mit dem Wunsch, den Gedanken der Nachbarschaftshilfe neu aufleben zu lassen. Als eine Art Vorbild diente die Märchenfigur „Hans im Glück“. Der Junge macht sich bekanntlich mit einem Klumpen Gold auf den Weg, den er im Laufe der Handlung gegen ein Pferd eintauscht, weil er meint, so leichter voran zu kommen. Das Pferd wird dann gegen eine Kuh getauscht, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gegen einen Schleifstein.

Die Teilnehmer sammeln „Dankeschön“ als Währung

„Auch wenn im Tauschring Düsseldorf keine Tiere getauscht werden, so geht es im Prinzip genauso munter zu“, heißt es in der Ankündigung. Da suche der eine Mitfahrgelegenheit, eine andere Hilfe beim Rasenmähen oder Fensterputzen, und wieder eine andere lasse sich die Haare lieber zu Hause färben, als zum Friseur zu gehen. Doch nicht nur Arbeitsleistungen, sondern auch Dinge wie ausrangierte Kleidung, Bücher, Marmelade oder Früchte aus dem Garten werden auf den verschiedenen Treffen des Tauschrings getauscht.

Geld spielt dabei übrigens keine Rolle, es gibt vielmehr eine Ersatzwährung: Für eine Stunde Arbeit gibt es 20 „Dankeschön“. Das angesparte Dankeschön kann dann wieder für etwas ausgegeben werden, das man gerade benötigt. „Die Tauschmotivation ist so unterschiedlich wie die Menschen, die tauschen“, teilt die Awo mit. Wer wenig Geld habe, könne sich mit seinem „Dankeschön“-Schatz etwas leisten. Vielen sei aber auch das Knüpfen von Kontakten in der Nachbarschaft wichtig.

Der Awo-Ortsverein bittet für den Vortrag um telefonische Anmeldung unter 02129/2550, per E-Mail unter [email protected] oder persönlich im Awo-Treff.

(peco)