An der Bachstraße sind zwei Gruppen der neuen städtischen Kita

Haan : Kita Märchenwald: Erfolg, aus der Not geboren

Um die Betreuungslücke zu schließen, richtete die Stadt Haan sie die Kita Bachstraße her.

Innocenzo zieht den Reißverschluss an seinem blauen Anorak hoch. „Ich kann das ja schon“, sagt der Dreijährige stolz und holt noch schnell seine Gummistiefel aus seinem Fach, „ich geh ja jetzt draußen spielen.“ Der kleine aufgeweckte Italiener ist eines der ersten Kinder, die ihren Kindergartenalltag in der neuen Kita „Märchenwald“ verbringen und: Innocenzo ist absolut begeistert. „Alles ist hier toll“, lässt er die anderen wissen und hat dann überhaupt gar keine Zeit mehr, um Fragen zu beantworten: die Rutsche lockt, der Sandkasten, Bobby Cars, Dreiräder, Fahrräder. Kitaleiterin Tanja Schäfer lacht fröhlich und freut sich, „ihre“ Sprösslinge so entspannt und glücklich zu sehen. „Im Dezember kam die erste Gruppe und jetzt bis Mai die Kinder der zweiten Gruppe, das heißt, so allmählich sind alle eingewöhnt und angekommen und es ist einfach schön, dass es allen so gut geht.“

Die Kita bietet den Kindern viele Möglichkeiten, sich zu entfalten

Ein Wunder ist das nicht: denn neben einem hoch engagierten und motivierten Team von sieben Mitarbeiterinnen bieten das Gebäude und das Gelände unzählige Möglichkeiten, damit alle sich individuell entfalten können: weil hier früher eine Schule untergebracht war, können die Zwei- bis Sechsjährigen jetzt den ehemaligen asphaltierten Schulhof für Ballspiele oder mit Fahrzeugen nutzen, der Innenhof des rechtwinkeligen eingeschossigen Komplexes verfügt über Rasen und Spielflächen. „Wir haben wirklich Glück gehabt, dass wir das hier für unsere Nutzungszwecke gefunden haben“, freut sich auch Bürgermeisterin Bettina Warnecke. „Wenn ich mich hier so umschaue, wirkt das auf mich nicht wie eine aus der Not heraus entstandene Übergangsunterkunft, im Gegenteil.“

Und tatsächlich: die Räume sind lichtdurchflutet und dementsprechend hell, eine nahezu komplette Glasfront Richtung Innenhof vermittelt Weite und Offenheit. Weil das Gebäude zuvor die Kita der Privaten Kindergruppe beherbergte, sind die kindgerechten Sanitärräume bereits modern und weiß gefliest. Der weitläufige, hellgelb gestrichene Flur ermöglicht es den Kindern, auch bei schlechtem Wetter das ein oder andere Fahrzeug zu nutzen.

„Das hier ist der Gruppenraum der Igelgruppe“, erklärt Leiterin Tanja Schäfer und öffnet eine der zahlreichen Türen, „hier wird gefrühstückt, in der Puppenecke gespielt, wir haben eine Küche, in der regelmäßig gebacken wird, es gibt einen Leuchttisch, Platz zum Basteln.“ Weil das Konzept der Kita vorsieht, dass jedes Kind sich möglichst individuell und kreativ entwickeln soll, dürfen die Kleinen häufig selbst entscheiden, was sie gerade tun möchten. Möglichkeiten zur Entfaltung gibt es viele: im Atelier kann gemalt und gebastelt werden, im Bewegungsraum nach Musik getanzt, im Ruheraum Theater gespielt oder Bücher vorgelesen werden.

Das mobile Mobiliar wird nächstes Jahr in den Neubau umziehen

„Wir haben hier rund 300 000 Euro für Renovierungsarbeiten investiert“, erklärt Jugendamtsleiterin Elke Fischer, „plus etwa 70 000 Euro für mobiles Mobiliar, das dann im kommenden Jahr auch mit in den Neubau zieht.“ Was dann aus diesem Gebäude wird, weiß niemand. „Eigentlich soll es abgerissen werden und auf dem Gelände hier Wohnungen entstehen“, informiert die Bürgermeisterin mit einem leichten Seufzer. Denn eigentlich, da sind sich alle Beteiligten einig- wäre es wirklich sehr schade um den schönen frisch renovierten Gebädekomplex aus den 1950er Jahren.

Mehr von Westdeutsche Zeitung