Alte Schätzchen sind ein Hingucker

Die Kombination mit der Börse von Gebrauchtwagen, Oldtimer-Treff und Gastronomie geht auf.

Hilden. Der bunte Lack glänzt und strahlt in der Frühlingssonne. Frisch poliert stehen die alten Schätzchen auf dem Nove-Mesto-Platz und warten auf den Start zur Oldtimer-Rallye, die der Mettmanner Oldtimer Club organisiert hat. Am Startpunkt versammeln sich die Schaulustigen, um einen Blick auf die herausgeputzten Wagen zu werfen. Mercedes, Wartburg, Porsche, Peugeot — alles ist dabei. Derweil schlendern Interessierte zwischen den rund 140 Gebrauchtwagen auf dem alten Markt herum, informieren sich über ihr Lieblingsmodell und werfen schon mal einen Blick ins Innere der Autos.

Dagegen herrscht beim Antik-Markt auf der Mittelstraße Hochbetrieb. Zahlreiche Besucher schieben sich zwischen den Ständen durch, die voll beladen sind mit antikem Trödel. Vom Spinnrad über alte Fotoapparate bis hin zu Pfannen, Spiegel, Lampen und Nähmaschinen. Klaus Stuhr hat die Sachen zum Großteil aus dem eigenen Keller. „Aber auch von der Verwandtschaft, von Freunden und Bekannten, die etwas loswerden wollen“, verrät der Solinger. Er geht öfter auf Märkte. „Es macht Spaß, besonders in Hilden. Es ist hier ein schönes Publikum, das sehr interessiert ist.“ Das komme daher, dass der Antik-Markt eine ganz andere Ausrichtung habe als ein Trödelmarkt. Während er am Stand steht, geht seine Frau schon mal einkaufen. „Das kann man hier gut machen“, meint er. Carolin Jüntgen liebt es ebenfalls, ihre Sachen auf dem Antik-Markt zu präsentieren. „Das ist ein Hobby“, sagt die gebürtige Hildenerin: „Der Kundenkontakt macht Spaß.“ Auch sie bietet besondere Dinge an, wie das Spinnrad. „Das wurde vom Urgroßvater selbst gebaut und ist funktionsfähig. „Hilden war ja mal eine Weberstadt.“

Carolin Jüntgen findet die Kombination des Antik-Marktes mit der Gebrauchtwagenbörse und dem Oldtimer-Treff toll. Allerdings wünscht sie sich, dass das Stadtmarketing ein wenig transparenter und die Website etwas bürgernäher gestaltet werden würde. Auf der Mittelstraße steht ein alter VW: Kinder dürfen ihn bemalen. Schnell ist von seiner ursprünglichen Lackfarbe nicht mehr viel zu erkennen. Auch Viktoria Plitt (11) schwingt gekonnt den Pinsel, während ihre Mutter Elisabeth zuschaut. „Dieses Angebot für die Kinder finde ich super“, sagt sie. „Das ist ein richtiger Hingucker.“ In die Innenstadt ist sie schon früh gekommen. „Wir waren frühstücken.“ Das hat sie dann mit dem Besuch der Veranstaltung verbunden.

„Es ist schön hier.“ Das findet auch Gerhard Brandt (69), der extra aus Haan gekommen ist, um sich bei den Gebrauchtwagen umzusehen. „Und die Oldtimer habe ich natürlich auch bewundert“, verrät er. Er ist auf der Suche nach einem neuen Gebrauchten. „Da dachte ich, ich nutze das tolle Wetter und fahre mal nach Hilden.“ Die Idee, so unterschiedliche Events miteinander zu kombinieren, findet er gut. „Da ist für jeden etwas dabei“, meint er. „Während ich hier Autos gucke, ist meine Frau auf dem Antik-Markt unterwegs.“

Und die Kinder haben auch ihren Spaß, vor allem, wenn der Clown auf Stelzen vorbeikommt und lustige Luftballon-Figuren zaubert. Dann strahlen die Gesichter, wie das von Lia Sander. „Das hänge ich mir übers Bett“, erklärt die Sechsjährige und zeigt stolz ein Luftballon-Herz vor. Mutter Vera und Vater Jens haben gerade einige Körbe auf dem Antik Markt erstanden. „Die Veranstaltung hier ist schon toll“, sagt Vera, „hier ist ganz schön was los.“ „Es war nur ziemlich schwer, einen Parkplatz zu finden“, erzählt ihr Mann. Aber davon wollen sich die Sanders nicht den Spaß verderben lassen: „Jetzt gehen wir noch einen Kaffee trinken und ein gutes Stück Kuchen essen. Und Lia freut sich schon auf ein Eis.“