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50-jähriger Haaner steht wegen Totschlags vor Gericht.

Prozessauftakt : 13 Mal auf Ehefrau geschossen?

Ein 50-jähriger Haaner steht wegen Totschlags vor Gericht. Er soll im März seine Frau an der Deller Straße erschossen haben.

 Der Angeklagte beugt sich nach vorn, die Hände vor sich verschränkt. Graue Haare, zum Zopf gebunden. Die Anklage wirft dem 50-jährigen wegen Totschlags angeklagten Mann vor, im März seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in der Deller Straße erschossen zu haben. Er soll 13 Schüsse auf die Frau abgegeben und sie acht Mal im Rücken und in den Oberarmen getroffen haben. Beide sollen Sportschützen gewesen sein und mehrere Waffen legal besessen haben.

Zur Tatzeit soll der Mann alkoholisiert gewesen sein, später waren 2 Promille im Blut festgestellt worden. Das Motiv: Die Ehefrau soll angekündigt haben, sich trennen zu wollen. Das habe der Angeklagte nicht akzeptieren wollen, das Paar soll seit einem Monat in der Wohnung räumlich getrennt gelebt haben.

Die Scheidung soll bereits eingereicht gewesen sein, als der Angeklagte am 25. März den Entschluss gefasst habe, die 47-Jährige zu erschießen. Am Tattag soll es zum Streit gekommen sein. Nachbarn wollen gehört haben, das Stühle in der Wohnung umgeworfen wurden. Als das Opfer kurz vor den tödlichen Schüssen um Hilfe rief, hatten sie die eigene Wohnungstüre geöffnet und der Frau angeboten, nach oben zu kommen. Die habe daraufhin nichts mehr gesagt, die Nachbarn waren im Gespräch mit unserer Redaktion kurz nach der Tat sicher: „Das hat sie dann schon nicht mehr geschafft.“ Andere Zeugen hatten mittlerweile die Polizei gerufen. Bereits zuvor soll es Streit zwischen den Eheleuten gegeben haben. Andere Hausbewohner berichteten von einem „schwierigen Umgang“: Es habe kaum Kontakt gegeben, man sei sich lieber aus dem Weg gegangen.

Die nach der Tat herbeigeeilten Polizeibeamten fanden in der Küche die durch mehrere Schusswunden schwerverletzte Frau (47), die noch sagen konnte, dass ihr Mann auf sie geschossen habe. Noch am gleichen Abend erlag das Opfer seinen Verletzungen, die Schussverletzungen sollen zu einem massiven Blutverlust geführt haben. Die Kinder der Frau aus erster Ehe haben sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen.

Auch der Angeklagte war nach der Tat in eine Klinik eingeliefert worden, nachdem er versucht haben soll, sich durch die Einnahme von Tabletten das Leben zu nehmen. Die Eheleute waren in unterschiedliche Kliniken gebracht worden.

Nach der Anklageverlesung war gleich nach dem Prozessauftakt schon wieder Schluss. Die Verteidiger des 50-Jährigen haben angekündigt, dass ihr Mandant am kommenden Montag etwas zum Tatablauf sagen wird. Das Gericht hat sechs Verhandlungstage festgesetzt, im Oktober soll das Urteil verkündet werden.