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50 gebrauchte Taschentücher und mehr

50 gebrauchte Taschentücher und mehr

Die Hinterlassenschaften von Menschen und Hunden am Bach machen Sven Kübler wütend.

Haan. Alle vier Wochen schnappt sich Sven Kübler einen Eimer und ein paar Handschuhe. Dann streift der Leiter der BUND-Ortsgruppe Haan durch das Obere Bachtal und sammelt allen Müll auf, der ihm in den Blick kommt. Sein Weg führt ihn von seinem Wohnhaus Am Bandenfeld entlang des Bachlaufs am Krankenhaus vorbei bis zu zwei Kinderspielplätzen.

Bei seiner jüngsten Runde vor wenigen Tagen hat er sich besonders geärgert. Und zwar über die Hinterlassenschaften von Zwei- und von Vierbeinern. Gleich 50 gebrauchte Papiertaschentücher fand er auf seinem Rundgang verstreut auf Wegen und im Gebüsch vor. Die offenbar „verschnupften Menschen“, die diese achtlos ins Gelände geworfen haben, klärt Kübler auf: „Die Papiertücher lösen sich nicht auf. Man müsste es doch eigentlich schaffen, sie in einer der überall aufgestellten Papier-Tonnen zu entsorgen.“

Weniger zahlreich, aber mindestens genauso ekelig, sind die anderen Funde, die Kübler gemacht hat: fast 20 relativ frische Hundehaufen. „Gibt es keine Selbstkontrolle unter den Haltern?“, fragt sich Kübler und regt sich auf: „Man muss doch mitkommen, wer seinen Hund hier sch... lässt und zu faul ist, sich zu bücken“.

Hundekot ist aber auch in Hilden schon lange ein Thema. Im Februar vergangenen Jahres hat der Haupt- und Finanzausschuss einen Bürgerantrag abgelehnt, die Urheber von Hundehaufen per DNA-Test zu ermitteln.

Sven Kübler, Müllsammler

Seit etwas über einem Jahr macht Sven Kübler seine allmonatlichen Müllspaziergänge. Bei den ersten Malen reichte sein Eimer nicht aus, um alle Fundstücke aufzulesen. Mindestens drei Eimerfüllungen waren es da. Doch nachdem die Strecke einmal „grundrein“ war, wie er es nennt, sammelt sich offenbar auch nicht mehr so viel an. Beim jüngsten Trip wurde sein Eimer noch nicht einmal ganz voll. Eine erfreuliche Entwicklung, wie er findet.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Jugendparlament im Juni bereits eine Säuberungsaktion im Bachtal veranstaltet hatte. Wie in vielen anderen Städten schon längst üblich, soll es zukünftig auch in Haan einen „Dreckweg“-Tag geben, bei dem die Stadt alle Mitbürger zum Mitmachen aufruft. Einen konkreten Termin für solch einen Aktionstag gibt es aber wohl noch nicht. Dafür gibt es bereits eine Ehrenamtler-Gruppe, die an jedem letzten Mittwoch im Monat einen gemeinsamen „Dreckweg“-Abendspaziergang durchführt.

„Wenn jeder in seiner unmittelbaren Umgebung regelmäßig Müll einsammelt, bräuchten wir auch keine großen Müllaktionen“, ist Kübler überzeugt. Noch besser wäre natürlich, wenn einfach niemand seinen Abfall bedenkenlos auf den Boden wirft, sondern entweder in die öffentlichen Mülltonnen entsorgt oder mit nach Hause nimmt — so wie die Hundehaufen. „Es wäre schön, wenn sich diese Zahl auf Null reduzieren würde“, sagt Kübler.