44 majestätische Jahre geben sich die Ehre

44 majestätische Jahre geben sich die Ehre

Seine Tollität Prinz Hildanus Tamias und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Anna hatten zum Kinderprinzenempfang geladen.

Hilden. Seine Tollität schaut stolz in die Runde. Er bewegt nur langsam seinen Kopf, auf dem die Prinzenmütze mit überdimensionaler Feder prangt. Ihre Lieblichkeit steht ihm zur Seite. Sie richtet noch einmal ihr Krönchen, bevor sie zu ihrem Volk spricht.

Ihre Hofdame hält derweil den Blumenstrauß und achtet darauf, dass das dunkelblaue Kleid, das der Prinzessin bis zu den Knöcheln reicht, nicht dreckig wird.

Der Adjutant, der wie alle eine dicke, weiße Strumpfhose trägt, nimmt dankend die Geschenke an, die das Gespann beim Kinderprinzenempfang in der Waldkaserne von seinen Untertanen gereicht bekommt.

Auf 44 majestätische Jahre bringen es Prinz Tamias, Prinzessin Anna, Hofdame Ann-Kathrin und Adjutant Tiado. Sie zählen jeweils elf Lenze. Normalerweise sind sie gern gesehene Gäste auf Karnevalsfeiern.

Doch am Sonntag waren sie die Gastgeber. Vor der versammelten Prominenz tragen sie ihre Dankesreden vor. Keck begrüßen sie den Bürgermeister mit „Opi“ (was er ja auch ist) und schrecken selbst vor dem etwas schroffen Ton der Soldaten nicht zurück. Das erwachsene Prinzengespann, das diesmal in der zweiten Reihe stehen muss, ist genau wie die Präsidenten der Karnevalsvereine begeistert von den jungen Jecken.

„Das macht einfach Spaß“, sagt Tamias, als er nach dem langen Empfang in ein Mettbrötchen beißt. Tiado nickt ihm zu. Schließlich ist er nicht nur Tamias’ Adjutant, sondern auch sein Zwillingsbruder. Streit, wer von ihnen welche Rolle übernimmt, gab es aber nicht. „Ich war letztes Jahr schon Adjutant, also wollte ich dieses Jahr der Prinz sein“, sagt Tamias.

Die Chancen seines Bruders, den selben Weg einzuschlagen und nächstes Jahr ebenfalls das Prinzenzepter zu schwingen, sind allerdings eher gering. „In einem Jahr sind sie eigentlich schon zu groß. Irgendwann findet man das auch nicht mehr cool, Prinzengewänder zu tragen“, sagt Johannes Caspary. Er ist Kinderprinzenführer und schreibt die gereimten Reden der kleinen Tollitäten.

Eines haben die vier ziemlich unterschiedlichen Kinder gemein: Einmal vom Karneval infiziert, lässt er sie nicht mehr los. Annas Eltern waren im vergangenen Jahr das erwachsene Prinzenpaar und bei Anna, Tamias, Tiado und Ann-Kathrin leuchten die Augen, wenn sie an die höchsten närrischen Positionen denken. „Klar, wir wollen alle später auch als Erwachsene zum Prinzenteam gehören“, sagt der Kinderprinz.