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Fußballplätze sind wegen Wuppertaler Chaoten zu unsicher

Fußballplätze sind wegen Wuppertaler Chaoten zu unsicher

Verband sagt Spiel der Ratinger gegen Wuppertal am Sonntag ab. Auch Baumberg und Hilden betreffen die Sicherheitsprobleme.

Kreis Mettmann. Die Fußballer von Ratingen 04/19 haben sich auf ein tolles Oberliga-Auftaktspiel am Sonntag gegen den WSV Wuppertal gefreut. Doch am Mittwochabend folgte die Ernüchterung: Der Verband sagte das Spiel ab. Wann die Partie jetzt stattfindet, ist unklar. Und wo ebenfalls. Denn der Austragungsort ist einer der Gründe, dass das Spiel nicht angepfiffen wird. Die Ratinger konnten die Sicherheit in ihrem Stadion nicht gewährleisten. So das Urteil der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS).

Die ZIS schätzt, dass bis zu 300 gewaltbereite Problemfans den WSV begleiten könnten. Sicherheitsstufe 4 wurde daher für das Spiel ausgerufen. Das bedeutet unter anderem Kontrollen am Einlass, getrennte Fanblocks und -eingänge.

Schon am Montag war damit die Austragung des Spiels im Ratinger Stadion vom Tisch. Laut Ratingen-Vorstand Jens Stieghorst wünschte die Polizei die Verlegung des Spiels in die Christopeit-Arena in Velbert.

Dort gab es am Mittwoch ein mehrstündiges Gespräch mit dem WSV, der SSVg Velbert, Ratingen 04/19 und der Polizei. Ergebnis: 70 Ordner hätten die Ratinger für den Kick organisieren müssen. Rund um das Stadion hätten Parkverbotszonen eingerichtet werden müssen — bis gestern, 14 Uhr. „Das konnten wir unmöglich stemmen. Deshalb haben wir gebeten, das Spiel zu vertagen“, sagt Stieghorst.

Wo nun in Zukunft gespielt wird, ist unklar. Ratingen 04/19 will das Spiel auf jeden Fall in seinem Stadion austragen. Doch die Chancen stehen schlecht. Denn die Kreispolizei kommt zu dem Ergebnis: „Es gibt nur ein Stadion im Kreis, das geeignet ist für solche Spiele — und das ist das Velberter Stadion“, sagt Polizeisprecher Frank Sobotta.

Neben Ratingen haben auch der VfB Hilden und die Sportfreunde Baumberg das zurzeit zweifelhafte Vergnügen, Wuppertaler Fans erwarten zu dürfen. Die Verantwortlichen vom VfB Hilden haben sich darüber auch bereits Gedanken gemacht.

„Wir haben bereits zwei Gespräche mit der Polizei geführt“, sagte gestern Wolfgang Appelstiel, Vorsitzender des VfB Hilden, auf Nachfrage. Spätestens seitdem sei klar, dass das Heimspiel gegen Wuppertal seinen Verein vor logistische und finanzielle Herausforderungen stelle. Appelstiel: „Wir werden einen immensen Aufwand betreiben müssen, um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Der Funktionär betont, dass für ihn ein Abrücken von Sicherheitskonzepten, die von der Polizei favorisiert werden, keine Alternative ist. „Wir werden die Gefahren nicht außer Acht lassen.“

Als einzig erfreulichen Aspekt der Diskussion um die WSV-Fans macht Appelstiel den Spielplan aus. Sein Team empfängt die Wuppertaler erst am 27. Oktober. „Bis dahin können wir beobachten, was passiert.“

Von der Absage des Spiels gegen Ratingen ist Appelstiel überrascht: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass Ratingen als nicht sicher eingestuft wird.“

Bei den Sportfreunden Baumberg machen sich die Verantwortlichen — zumindest ihr Geschäftsführer Raymund Otten — in diesen Tagen weniger Gedanken über Fankulturen in der Oberliga als vielmehr über das Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt am 3. August in Leverkusen.