Förderschule: Eltern bevorzugen einen Ausbau in Mettmann

Förderschule: Eltern bevorzugen einen Ausbau in Mettmann

Der Schule am Peckhaus fehlen 13 Räume. Eine Dependance ihrer Schule im Gebäude der ehemaligen Grundschule in Wülfrath-Rohdenhaus, die von der Kreisverwaltung zwar angedacht, aber auch nicht als die beste Lösung empfunden wird, lehnen die Eltern ab.

Kreis Mettmann. Über mangelnde Resonanz werden sich die Kreispolitiker im Schulausschuss am 5. Februar nicht beklagen können. "Wir werden am Kreishaus Krach machen", verspricht Kerstin Schmitz-Wolf. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft der Schule am Peckhaus in Mettmann lässt keinen Zweifel daran, dass die Eltern den räumlichen Mangel an der Sprachförderschule nicht länger hinnehmen wollen. "Das Thema wird doch sonst auf die lange Bank geschoben."

Schon im August vergangenen Jahres hatte das Kreisschulamt das Raumdefizit ermittelt: Trotz zwei angemieteter Klassenräume in der benachbarten Grundschule Spessartstraße fehlen an der Peckhauser Straße noch 13 Räume.

"Meine Tochter muss, um in ihr Klassenzimmer gelangen zu können, erst einmal durch ein anderes Klassenzimmer gehen", beschreibt Kerstin Schmitz-Wolf nur ein Beispiel des Mangels. Von fehlenden Kunst- und Musikräumen für die 200 Schüler ganz zu schweigen.

Eine Dependance ihrer Schule im Gebäude der ehemaligen Grundschule in Wülfrath-Rohdenhaus, die von der Kreisverwaltung zwar angedacht, aber auch nicht als die beste Lösung empfunden wird, lehnen die Eltern ab. Sie fühlen sich bestätigt durch das Fazit des Kreisschulamtes, das in einer Verwaltungsvorlage selbst zu dem Schluss kommt: "Daher wird aus Sicht des Schulträgers eine solche Lösung als nicht umsetzbar betrachtet."

Die Eltern befürchten unter anderem, dass bei einer Dependance die Qualität des Unterrichts leidet, durch das Hin- und Herfahren zwischen Mettmann und Wülfrath wertvolle Unterrichtszeit verloren geht und pädagogische Projekte nur eingeschränkt zu realisieren sind. Zudem würden zusätzliche Kosten entstehen: Neue Unterrichtsmaterialien müssten beschafft, außerdem ein Sekretär und ein Hausmeister eingestellt werden.

Ein einheitlicher Standort Mettmann hingegen würde bedeuten, dass Mangelfächer abgedeckt und Vertretungsunterricht pädagogisch sinnvoll organisiert werden könnte. Für die Eltern kommt daher nur eine Lösung in Betracht: ein Erweiterungsbau.

"Es gibt doch schon ein Gutachten über einen Anbau. Aber über den will niemand reden", so Kerstin Schmitz-Wolf. "Wir wissen, dass es für den Kreis Mettmann finanzielle Zwänge gibt und man schuldenfrei bleiben will. Aber die Zahl der Schüler mit Förderbedarf wird auch in Zukunft nicht zurückgehen."

Die Kreisverwaltung bestätigte, dass es eine Entwurfsplanung für einen Anbau gibt, der aber "auf Eis liegt". Entscheiden müsse die Politik, ob die Schule ausgebaut oder eine Dependance in Wülfrath erhalten soll.

Wülfraths Bürgermeisterin Barbara Lorenz Allendorff betonte gestern, dass man das Angebot aufrechterhalten würde. Man habe den Kreis die Mietkonditionen für Rohdenhaus vorgelegt und auch schon über bauliche Veränderungen gesprochen.

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