Findus erobert die neue Naturbühne Blauer See

Findus erobert die neue Naturbühne Blauer See

Ab Pfingsten ist am Blauen See das Stück „Pettersson und Findus“ zu sehen — vor einer neuen Tribüne.

Ratingen. Gockelhaftes Balzgehabe, wie es im Buche steht: Mit großem Kamm und buntem Federkleid plustert sich der Hahn auf. Und die Hühner kreischen, was das Zeug hält. Schließlich verfolgt der Gockel sie — auf einem Traktor. Die Hennen brausen davon auf ihrem Motorrad mit Beiwagen— klingt wenig realistisch, ist aber alles Theater. Dort ist bekanntlich alles erlaubt.

Die Verfolgungsjagd wird den Schauspielern des Theaterconcept-Ensembles viele Lacher des Publikums garantieren, besonders der Kinder. Denn für sie sind die Geschichten von „Pettersson und Findus“, die ab Pfingsten auf der Naturbühne Blauer See in Ratingen inszeniert werden, gemacht.

Regisseur Ralph Reiniger und sein Team haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, damit ab dem 27. Mai alles rund läuft. Seit Mitte April proben die acht Schauspieler täglich, morgens bis abends, bei jedem Wetter. „Darauf können wir keine Rücksicht nehmen. Hier müssen die Schauspieler hart im Nehmen sein“, sagt Reiniger. „Schließlich werden wir bei jedem Wetter spielen.“

46 Mal wird das Ensemble bis Mitte September die Geschichten um den schrulligen Pettersson und seinen vorlauten Kater Findus aufführen. „Wir garantieren ein Feuerwerk der guten Unterhaltung“, sagt Regieassistentin Tanja Bockelkamp und lacht. Denn die Phrase ist wörtlich zu nehmen: „Es wird tatsächlich ein Feuerwerk auf der Bühne geben“, sagt Reiniger.

Außerdem gibt es Stuntszenen, Bootstouren von Pettersson und Findus auf dem See, in dem auch der eine oder andere Schauspieler landet — auch das wird derzeit geprobt. „Das Wasser hat zurzeit eine Temperatur von sieben Grad“, sagt Reiniger.

Der Regisseur, der seine zwölfte Produktion an der Naturbühne Blauer See inszeniert, gibt sich erbarmungslos: „Wir können keine Leute gebrauchen, die eine Stargaderobe haben wollen oder beim kleinsten Wehwehchen den Arzt kommen lassen. Hier sind Einsatz und Zähheit gefragt.“

Johanna Wagner weiß das. Die 24-Jährige spielt Kater Findus und stand bereits im vergangenen Jahr auf der Naturbühne — damals als Pippi Langstrumpf. „Das war eine ganz andere Rolle. Pippi ist stark, frech und vorlaut. Das ist Findus auch, aber eigentlich ist er ein Angsthase, ein kleines Großmaul“, sagt sie und ergänzt mit einem Lächeln: „Aber ich mag die Figur sehr gerne.“ Besonders die Szene, in der Findus auf den Hahn trifft: „Die verstehen sich nämlich von Anfang an nicht so gut. Beide wollen das Herz von Pettersson für sich gewinnen. Da wird auch mal ein wenig rumgezickt auf der Bühne.“

Pettersson hingegen zeigt sich zumindest bei den Proben davon noch unbeeindruckt. Der verschrobene, ältere Mann wird von Andreas Richter gemimt. „Dieses Eigenbrödlerische ist das Reizvolle an der Rolle“, sagt er.

Neu ist aber nicht nur das Stück „Pettersson und Findus“ das zum ersten Mal am Blauen See aufgeführt wird. Die Zuschauer können sich in Ratingen auf eine neu gestaltete Tribüne freuen. Das Team von Theaterconcept hat in die Restaurierung der Anlage 30 000 Euro investiert. „Wir haben die Zusage, dass wir hier fünf weitere Jahre lang Stücke aufführen dürfen. Die Verträge mit dem Vermieter der Naturbühne sind unterschrieben. Da lohnt es sich auch, zu investieren“, sagt Tanja Bockelkamp.

Und weil die Zukunft für das Theaterconcept am Blauen See vorerst gesichert ist, hat Ralph Reiniger schon die nächsten Produktion im Kopf, die er gerne umsetzen möchte: „Im kommenden Jahr will ich hier gerne das Dschungelbuch aufführen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung