Feuer in Parkhaus: Es war Brandstiftung

Feuer in Parkhaus: Es war Brandstiftung

Die Polizei ermittelt in Ratingen. Der Gesamtschaden wird auf 500 000 Euro geschätzt. Die Garage bleibt wegen unsicherer Statik vorerst gesperrt.

Ratingen. Vorsätzliche Brandstiftung — das sehen die Brandermittler der Kripo inzwischen als Ursache für den Großbrand in der Hochgarage an der Dieselstraße von Sonntagnacht an. Die Experten haben gestern zusammen mit einem Gutachter den Brandort untersucht. Durch das Feuer wurden nach den aktuellen Erkenntnissen rund 50 Fahrzeuge beschädigt, 15 davon schwer. Kriminalhauptkommissar Frank Pick schätzt den entstandenen Schaden auf etwa eine halbe Million Euro.

Zum Leidwesen der Nutzer ist die Garage gestern nicht wieder freigegeben worden: Noch steht die Einschätzung des Statikers aus, der die Standfestigkeit des Gebäudes begutachten soll. Durch die enorme Hitze war der Beton abgeplatzt, massive Stahlträger hatten sich verbogen. Die Garage darf weiterhin nicht betreten werden, die dort stehende Fahrzeuge müssen bleiben.

Anwohner und Nutzer der Garage standen auch am Montag noch ratlos vor dem Gebäude mit der rußgeschwärzten Fassade. Durch schmale Öffnungen versuchten sie einen Blick auf ihre abgestellten Fahrzeuge zu erhaschen. „Da sieht man noch den Auspuff, das war unser Mazda“, sagte Ygor Lysenko und zeigte auf ein verkohltes Wrack. Seit dem Morgen telefoniere er mit der Versicherung, er brauche dringend einen Ersatzwagen, um zur Arbeit zu kommen.

Andere Autobesitzer bedrängten die Brandermittler und wollten ihre Wagen, die abseits des Feuers geparkt waren, gerne herausholen. Frank Pick ließ aber niemanden rein. „Solange sich das kein Statiker angeschaut hat, ist das viel zu gefährlich.“ Er selbst musste ebenfalls warten: Die Feuerwehr hatte als Vorsichtsmaßnahme nach dem Löschen die Schlösser ausgetauscht.

Karl-Heinz Boltz war auch Stunden nach dem Großbrand noch geschockt. „Das ist eine Katastrophe.“ Für seinen zehn Jahre alten Nissan werde er nur noch den Zeitwert bekommen. „Dafür kann ich mir doch keinen anderen Wagen holen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung