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Erste Senioren im Kreis Mettmann gegen Corona geimpft

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Erste Senioren im Kreis Mettmann gegen Corona geimpft

Die erste Impfung erhielt am Sonntag um 11.17 Uhr eine 79-jährige Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung in Monheim. Am 29. und 31. Dezember sind weitere Impfungen vorgesehen.

Die erste Impfung im Kreis Mettmann erhielt am Sonntag um 11.17 Uhr eine 79-jährige Bewohnerin der Pflegeeinrichtung Haus Monheim der Bergischen Diakonie in der Gänselieselstadt. Sylvia Broeckmann, Bereichsleiterin des Altenhilfe-Verbundes in der Bergischen Diakonie sagte, sie sei „total froh“, dass dort begonnen worden sei. Das Haus Monheim ist eine auf Pflege und Betreuung für Menschen mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen spezialisierte Einrichtung. Gerade hier sei  es besonders wichtig, dass die Bewohner geimpft werden. „Wir sind wirklich dankbar“, ergänzte Broeckmann. Drei örtliche Mediziner, und ein Arzt der kassenärztlichen Vereinigung waren unter Polizeischutz im Haus. 60 Bewohner und zahlreiche Mitarbeiter erhielten die Impfung. 122 Impfungen wurden insgesamt zum Start durchgeführt, berichtete Tanja Henkel vom Kreisgesundheitsamt.

Im Kreis gibt es fast 150 Pflegeeinrichtungen. Dort leben und arbeiten rund 12 600 Menschen. Wenn sich jeder impfen lässt, wären dafür rechnerisch mehr als 25 000 Impfdosen nötig. Denn jede Person muss zweimal im Abstand von etwa drei Wochen immunisiert werden. „Bis also die Pflegeeinrichtungen durchgeimpft sind, können durchaus mehrere Wochen vergehen“, rechnet Landrat Thomas Hendele vor.

Wer in welcher Reihenfolge geimpft wird, hat die Bundesregierung in einer Rechtsverordnung am 18. Dezember entschieden. Wer ein hohes Risiko für eine schweren Krankheitsverlauf hat beziehungsweise einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist, soll zuerst dran kommen.

Rund 60 bis 70 Prozent der Heimbewohner wollen sich wohl impfen lassen, ist bei vielen Einrichtungen hinter vorgehaltener Hand zu hören – aber bislang nur geschätzt etwa 30 Prozent der Mitarbeiter. Es gebe viel Sorge und diffuse Ängste, weil der Impfstoff so schnell zugelassen worden sei. Derweil machen sich mehrere Prominente aus dem Kreis Mettmann für die Impfungen stark.

Etwa Landrat Thomas Hendele, der sich impfen lassen wird, „weil ich die Schwachen, aber eben auch meine Familie und mich selbst schützen möchte“. Die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Schlotmann unterstreicht: „Nur durch Impfen können wir das Virus eindämmen.“ Bodo Keißner-Hesse, Leiter der Bildungsakademie Mettmann lässt sich impfen, „weil ich das Leben liebe“.

Impfen sei der Weg raus aus der Pandemie, so der CDU-Bundestagsabgeordnete und Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, zu dessen Wahlkreis Wülfrath gehört. Er sieht Politiker in einer Vorbildfunktion: „Ich lasse mich impfen, sobald es möglich ist und es die Kapazität zulässt.”

Es verstöre ihn, dass nur die Hälfte aller Deutschen derzeit bereit sei, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Für eine sogenannte Herdenimmunität, mit der man die Pandemie hinter sich lassen könnte, müssten nach Ansicht von Virologen mindestens zwei Drittel der Deutschen durch eine Impfung geschützt sein, erklärt der Politiker weiter. Sorgen und Fragen seien verständlich, deshalb müsste nun Aufklärung höchste Priorität haben.

Öffentliche Studien zeigen, dass der Impfstoff gut verträglich ist

Öffentlich zugängliche Studien zeigten, dass der Impfstoff sehr gut verträglich sei. Wenn man dem die Risiken einer Covid-Erkrankung gegenüberstelle, dann sei eine Impfung in jedem Fall zu empfehlen, so Beyer. Das Impfzentrum des Kreises Mettmann ist in Erkrath einsatzbereit. Der Betrieb dort kann aber erst dann anlaufen, wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Wann das sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Deshalb vergibt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auch noch keine Impftermine.

„Für die allermeisten Bürgerinnen und Bürger im Kreis heißt das, dass sie sich noch in Geduld üben müssen“, betont Landrat Thomas Hendele. Aber jeder, der an der Reihe ist, werde das auf jeden Fall erfahren.

Die Impfberechtigten erhalten Post und Informationen, welche Unterlagen sie dann zum Impftermin mitbringen sollen.