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Zweites Bürgerforum zur Stadtentwicklung

Zweites Bürgerforum zur Stadtentwicklung

Ein zweites Bürgerforum soll helfen, die Hitze in der Diskussion um die Stadtentwicklung abzukühlen.

Erkrath. Der Druck im Prozess um ein Stadtentwicklungskonzept erreicht neue Dimensionen. Noch acht Tage sind es bis zum zusätzlich anberaumten „Bürgerforum Teil II“ in der Stadthalle. Bereits gestern wandten sich die Verwaltung und das Planungsbüro plan-lokal vorab an die Öffentlichkeit.

„Wir bekommen jeden Tag Berge von E-Mails“, sagte Thomas Scholle, Stadtplaner von plan-lokal und Moderator der Bürgerveranstaltungen. Die Welle von Vorschlägen und Protesten ist Resultat des Bürgerforums vom Anfang des Monats.

Im Auftrag der Stadt hatte Plan-lokal im Bürgerhaus Hochdahl erstmals Szenarien für die Entwicklung der Einwohnerzahl und Bewertungen möglicher Bauflächen vorgestellt — Ergebnisse von Diskussionen in Workshops und Stadtteilwerkstätten. Es geht um die Entwicklung der Stadt in den nächsten 25 Jahren.

Dass Vertrauen bei den Bürgern verloren gegangen ist, sieht er durch die Diskussion um eine einzige Fläche ausgelöst, sagte Scholle. Der Vortrag Anfang des Monats hatte neben anderen Beispielen eine Pferdekoppel am Niermannsweg in Unterfeldhaus als mögliches Bauland benannt — unter der Bedingung, dass der Eigentümer sie verkauft. „Ich habe Respekt davor, dass die Bürger ihre Interessen vertreten. Aber ich fände es gut, wenn man auf die Stadt als Ganzes schauen würde“, sagte Scholle.

Beim zweiten Forum soll über Unterfeldhaus zum Schluss gesprochen werden. In der Reihenfolge der Stadtteile wird mit dem größten begonnen — mit Hochdahl. Bei den Gewerbeflächen gehe es ihm um das Steueraufkommen, fügte Bürgermeister Arno Werner hinzu.

Erkrath nehme im Verhältnis zu den Ausgaben dauerhaft acht Prozent zu wenig ein: „Der Status quo ist nicht finanziert. Die Leute, die keine neuen Gewerbeflächen wollen, müssen sagen, wie wir unsere Ausgaben senken können. Das macht aber keiner.“

Mit Anmerkungen, Alternativen und Fragen zum Stadtentwicklungskonzept haben sich die FDP, der Wirtschaftskreis Erkrath und weitere Initiativen eingebracht. „Es haben sich Bürger gemeldet, die wollten nach der Einführung von plan-lokal ein Koreferat halten“, sagte Bürgermeister Arno Werner (CDU). Dazu solle es aber nicht kommen.

„Wenn wir das nebeneinanderstellen, sieht es aus, als hätte es die gleiche Wertigkeit“, sagte Scholle. Allein auf Zuruf der lautesten Stimmen könne aber kein Votum zustande kommen. So könne er seiner planerischen Verantwortung nicht gerecht werden.