Zoff in der Erkrather CDU

Unterschiedliche Positionen zur neuen Feuerwache führen innerhalb der Union vermehrt zu Streitigkeiten.

Erkrath. Was tun mit dem Ratsbeschluss zur Feuerwache — an dieser Frage entzündet sich derzeit ein Streit in der Erkrather CDU. Nachdem am Montag der Hochdahler Ortsverband einen Infostand abgehalten hat, meldete sich jetzt der Alt- Erkrather Vorsitzende Marc Hildebrand zu Wort: „So langsam kann ich einige Aussagen meiner eigenen Parteikollegen weder verstehen noch nachvollziehen.“

Ihm sei unbegreiflich, warum man sich dazu entschlossen habe, jetzt mit der Aussage an die Öffentlichkeit zu gehen, im Falle eins Wahlsieges bei der Kommunalwahl die Entscheidung für das Cleverfeld zu kassieren. „Das ist den Wählern, der Feuerwehr und der Verwaltung gegenüber nicht fair“, sagte Hildebrand am Mittwoch.

Es gebe einen bestehenden Ratsbeschluss, der müsse Bestand haben. Die CDU habe immer die Neanderhöhe bevorzugt, sei aber nur auf SPD-Kurs eingeschwenkt, um eine Blockade zu verhindern.

„Im Übrigen war dieser Infostand im Namen der CDU weder mit dem Ortsverband noch mit der Fraktion abgesprochen“, sagte Hildebrand. Er zumindest habe davon gewusst, sagte dazu der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jöbges. Ansonsten sei es Sache der Partei und der Ortsverbände, solche Sachen unter sich zu regeln.

„Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn Marc Hildebrand zuerst mit Helmut Rhoden gesprochen hätte, bevor er sich äußert“, sagt Jöbges weiter.

Ein Moderator für parteiinterne Absprachen und Positionsbestimmungen wäre jetzt wichtig. Allein — just am Wochenende ist der bisherige Stadtverbandsvorsitzende Mario Krechel zurückgetreten. „Er hat in den vergangenen zwei Jahren die Partei zusammengehalten und immer gute Arbeit geleistet“, sagte Hildebrand rückblickend, der den Rücktritt bedauert.

Unter der Hand wurde Mario Krechel schon seit einiger Zeit als Bürgermeisterkandidat für die Wahl 2015 gehandelt. Anscheinend gab es auch an anderer Stelle Unruhe in der CDU. Früher habe es ja schon Konflikte in der Partei gegeben. Krechel habe da Ruhe reingebracht, sagte Hildebrand: „Kurz vor dem Rücktritt ist da wieder etwas aufgekeimt.“ Er spricht von einem „Generationenkonflikt“.

Vor allem vor der Kommunalwahl 2014 stellt sich für den politischen Gegner — und in Sachen Feuerwache auch Partner — die Frage: Wer ist die CDU? Sind das Positionen von einzelnen Akteuren oder des Stadtverbandes? „Die CDU hat jetzt erst einmal erheblichen Klärungsbedarf“, sagte der SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert.

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