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Wo es auf Erkraths Baustellen hakt

Materialmangel : Auf Erkrather Baustellen hakt es

Teilweise gibt es kein Material oder die Handwerker fehlen. Und dann hat der Mangel auch noch saftige Preissteigerungen zur Folge. Die Stadt betont dennoch, die Zeitpläne einzuhalten zu wollen.

Schon wieder kein Richtfest für die neue Halle des Forums Sandheide an der Hildener Straße, jedenfalls nicht, wie geplant, im September. „Es gibt Verzögerungen durch den Gerüstbauer. Dadurch verschieben sich auch die anschließenden Dacharbeiten. Und für das Bürogebäude mussten einige Ausschreibungen, vor allem für die Lüftung, wiederholt werden. Es kommt also auch noch zu Verzögerungen beim Innenausbau“, informiert die Stadtverwaltung.

Nach Einschätzung der Projektleitung könne – nach heutigem Stand – der Fertigstellungstermin (Mai 2022) aber gehalten werden. Das Richtfest für die Halle soll aller Voraussicht nach im Oktober stattfinden. Das Forum Sandheide ist nicht die einzige städtische Baustelle, auf der es derzeit nicht wie geplant vorangeht.

Auch für die Kita Karlstraße meldet die Stadt Verzögerungen, da „die Fenster- und Pfosten-Riegel-Ausschreibung aufgrund von deutlichen Abweichungen zur Kostenberechnung zum dritten Mal wiederholt werden muss“, wie es aus dem Rathaus heißt.

Mehrkosten sowie weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen. Zudem würden „weitere Aufwendungen durch die zeitliche Verzögerung benötigt, um den Holzbau ab Oktober wetterfest zu schließen, da ohne Fenster bzw. Pfosten-Riegelkonstruktion die Dämm- und Fassadenarbeiten nicht abgeschlossen werden können“. Ebenfalls mit Verzug hat die Stadt beim Neubau der Unterkunft für Geflüchtete an der Gruitener Straße zu kämpfen. Bedingt durch die allgemein gute Auslastung der Firmen seien auch hier bereits in der ersten Hälfte 2020 wiederholte Ausschreibungen für Rohbau, Kunststofffenster und Fertigbäder nötig geworden. Materialknappheit hätte sich vor allem bei Dämmstoffen gezeigt, für Dachdeckerleistungen und Estrichleger. Letztere meldeten wiederum Lieferschwierigkeiten bei Sand, wodurch weiterer Zeitverzug entstanden sei.

Lieferschwierigkeiten gibt es auch bei den metallverarbeitenden Firmen, wovon an der Gruitener Straße Fensterzargen und -bänke, Türzargen der Innentüren sowie Metallfenster und Metalltüren betroffen sind. Wenig verwunderlich, dass, wie die Stadt berichtet, die Engpässe die Preise in die Höhe treiben: „Insgesamt gesehen sind die genannten Gewerke von einer deutlichen Preissteigerung betroffen, wie die Ausschreibungsergebnisse aus den Quartalen 1 und 2 des Jahres 2021 ergaben: zirka 290 Prozent plus bei Metalltüren und -fenstern, 140 Prozent bei Fensterzargen und Fensterbänken, 150 Prozent bei Fassadenelementen und 290 Prozent bei Schlosserarbeiten/Handläufe.“ Der Fachbereich rechnet aber fest damit, dass die – dringend benötigte – Unterkunft zum Ende des Jahres bezugsfertig sei wird.

Es hakt übrigens auch bei der Sanierung von Bestandsgebäuden, weil das Material fehlt oder keine Handwerker verfügbar sind. Das betrifft zum Beispiel die Sanierung der Küche und der Herrentoilette der Begegnungsstätte Gerberstraße: Es fehlt an Holz und es gibt Lieferverzögerungen bei Elektrogeräten. Aber auch Brandschutzmaßnahmen oder vermeintlich kleinere Sanierungen (Erneuerung von Aufzügen, Dachsanierungen) sind von Materialmangel oder fehlenden Handwerkern betroffen.