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Werstoffhof: Öffentlichkeit unerwünscht

Werstoffhof: Öffentlichkeit unerwünscht

Die Fraktionen wollen einen Arbeitskreis in Sachen Wertstoffhof gründen. Für Bürgermeister Arno Werner ist das der zweite Schritt vor dem ersten.

Erkrath. Im Streit um den Wertstoffhof und geeignete Ausweichflächen wird jetzt die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Ratsfraktionen soll die Lösung des Problems angehen, neue Flächen in Betracht ziehen und andere wirtschaftliche Modelle untersuchen. Das hat der Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr am Donnerstagabend beschlossen.

Es solle eine dauerhafte Lösung für den mittlerweile wieder geöffneten Wertstoffhof an der Hochdahler Straße gefunden werden, erklärten die Fraktionen. Schönmackers, die Betreiberfirma, hatte ihre Annahmestelle Anfang Februar für eine gute Woche geschlossen, dabei auf die fehlende baurechtliche Grundlage ihres Betriebs verwiesen. Die CDU hatte daraufhin beantragt, sofort das Bauleitverfahren zu beginnen — für ein nicht näher bezeichnetes Gebiet am Rand der politisch umstrittenen Neanderhöhe. SPD und BmU hatten gewarnt, ein Bebauungsplan schaffe dem Unternehmen eine Monopolstellung in der Stadt, wenn er den Wertstoffhof auf einem Privatgrundstück festschreibt. Die Grünen erklärten, die Stadt solle das derzeit angebotene Grundstück der Gärtnerei Mago an der Hochdahler Straße kaufen und dort sowohl den Wertstoffhof als auch den städtischen Bauhof unterbringen.

Arno Werner, Bürgermeister

Ihre konkreten Vorschläge haben die Fraktionen fürs Erste zurückgezogen. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dem Vorschlag von Wilfried Schmidt (CDU) folgen zu wollen. „Wir sollten unaufgeregt miteinander reden und schauen, was mit den Grundstücken machbar ist“, hatte der CDU-Mann angeregt. Das solle nicht in öffentlicher Sitzung geschehen — gemeinsam mit der Stadtverwaltung.

Bürgermeister Arno Werner reagiert auf die Diskussion mit Unverständnis: „Die Verwaltung wird aus der Politik überschwemmt mit Prüfaufträgen. Natürlich ist es sinnvoll, über einen neuen Standort für den Wertstoffhof nachzudenken, allerdings später. Es muss doch erst einmal eine Grundsatzentscheidung fallen. Und die lautet: Bleibt die Feuerwehr an der Schimmelbuschstraße und wird dort erweitert, oder geschieht das woanders?“

Bei letzterer Variante sei dann doch eine mögliche Folgediskussion, den Wertstoffhof an besagter Schimmelbuschstraße neben dem Betriebshof anzusiedeln. „Aber erst einmal muss der erste Schritt vor dem zweiten gemacht werden: Wo ist der künftige Standort der Feuerwehr“, betont der Bürgermeister.

Für Werner ist die Zeitschiene klar: Das Gutachten in Sachen Feuerwehr wird am 20. März der Politik im Ausschuss vorgestellt. Die Fraktionen hätten dann in den Osterferien Zeit, sich eine Meinung zu bilden. Mitte Mai könnte dann der Rat entscheiden. „So wir uns nicht wieder in vorgezogene Details verstricken“, so Werner.