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Weltraum über Erkrath: Vom Urknall bis zur Lichtverschmutzung

NRW : Neues aus dem Stellarium Erkrath

Im Planetarium, Oberservatorium und dem Schulungszentrum des Stellariums werden wieder Vorträge und Veranstaltungen angeboten. Dabei geht es unter anderem um eigene Forschungen zum Himmel über Erkrath.

Nach eineinhalb Jahren Hin und Her hat sich auch im Planetarium der Alltag weitestgehend normalisiert. Seit September dürfen wieder alle Sitzplätze belegt werden, die Mitarbeiter sind nicht mehr in Kurzarbeit, und auch in Schulungszentrum und Observatorium, den weiteren Standorten des Vereins (snh), haben nach den Sommerferien die Kurse wieder begonnen. Erleichterung beim Team, denn einen naturwissenschaftlichen Verein, der vom Land NRW als „Volksbildungszentrum für Weltraumkunde“ zertifiziert ist, hat nicht jede Mittelstadt.

Neben den Veranstaltungen im Planetarium, das gerne von Schulklassen aus der ganzen Region besucht wird, ist die vornehmste Aufgabe des snh die Förderung von naturwissenschaftlichem Interesse und Potenzial bei Kindern und Jugendlichen. „Die Auslastung ist fast wie früher“, freut sich Dozentin Magdalena Kapela über die Corona-Lockerungen. „Die Leute trauen sich wieder raus“, bestätigt snh-Vorsitzende Katrin Fortak. Ein paar mehr zahlende Gäste dürften es bei den öffentlichen Veranstaltungen jedoch immer noch sein.

Das Programmheft bietet für jede Altersstufe etwas: Kinderfilme mit Weltraum-Bezug wie „Der Regenbogenfisch und seine Freunde“ werden gefolgt von Familienveranstaltungen wie „Polaris – Das Geheimnis der Polarnacht“, oder dem astronomischen Orientierungsvortrag „Von der Sonne zur Milchstraße“. Wer schon Vorkenntnisse oder erhöhtes Interesse besitzt, für den lohnen sich die Gastvorträge von Wissenschaftlern aus renommierten Instituten. Den Auftakt macht am Donnerstag, 28. Oktober, Dr. Rainer Beck vom Max-Plack-Institut für Radioastronomie in Bonn. Titel: „Der Urknall – Die Geburt des Universums aus dem Nichts?“

Ebenfalls für Fortgeschrittene ist der Kurs von Vorstandsmitglied Jan Sundermann am Freitag, 5. November im Observatorium. Der Ingenieur beschäftigt sich darin mit dem Aufbau und der Physik der Erdatmosphäre und greift dabei auf Erkenntnisse aus einer Studie der Spektroskopie AG aus dem Frühjahr zurück. Die angehenden Wissenschaftler hatten mit den Geräten des Observatoriums das Lichtspektrum am Himmel über Erkrath und Düsseldorf untersucht und ihre Ergebnisse auf der jährlichen Tagung der Fachgruppe Astrospektroskopie der  „Vereinigung der Sternfreunde e.V.“ in Lübeck präsentiert.

„Lichtverschmutzung nimmt seit Jahrzehnten zu und ist ein noch weitgehend unerforschtes Problem für Mensch und Natur“, sagt Jan Sundermann. Direkt betroffen sind alle Hobby-Astronomen, die innerhalb von besiedelten Gebieten keinen guten Blick auf den Sternenhimmel bekommen.Vorstand und Mitarbeiter verfolgen natürlich auch die überregionalen Entwicklungen in Wissenschaft und Raumfahrt mit großem Interesse.

Gerade erst hat William Shatner, der Darsteller des Captain Kirk aus der Originalserie „Raumschiff Enterprise“, mit 90 Jahren seinen ersten realen Weltraumflug an Bord einer „Blue Origins“-Kapsel absolviert, und hernach verkündet: „Die Erde ist nicht flach – ich habe es kontrolliert“. Etwas länger im All bleiben wird Matthias Maurer. Der 51-jährige promovierte Materialwissenschaftler wird am Samstag, 30. Oktober, als zwölfter Deutscher Astronaut, mit einem SpaceX-Raumschiff ins All starten. Ziel der ESA-Mission mit dem schönen Titel „Cosmic kiss“ ist natürlich die Internationale Raumstation, wo Maurer zusammen mit seinen Kollegen viele Experimente unter Mikrogravitationsbedingungen durchführen will. Snh-Dozent Andreas Schmidt ist nur ein bisschen neidisch: „Wenn Elon Musk oder Jeff Bezos uns einladen wollen, alle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder wären gerne bereit, ins All zu fliegen“.