Wellness am Ende der Straße

Investor hat mit der ehemaligen Reha-Immobilie an der Freiheitstraße Großes vor.

Erkrath. Ulrich Burchard, Chef der Düsseldorfer BuVest GmbH, will die Geschichte der ehemaligen Reha-Parcs-Immobilie an der Freiheitstraße zu einem guten Ende führen. Nachdem die gleichnamige gemeinnützige Gesellschaft monatelang immer nur einen Teil der Miete für die 2400 genutzten Quadratmeter gezahlt hatte, meldete sie Insolvenz an und zog aus.

Jetzt steht das Gebäude leer, ein Umstand, den Burchard in den kommenden sechs bis zwölf Monaten beenden will. „Die Anlage geht schrittweise ans Netz“, sagt er und visiert für die erste Inbetriebnahme das Frühjahr 2012 an. Eine großzügige Mischung aus Wellness- und Fitnessangeboten, dazu ein Hotel, Gastronomie mit Biergarten, Grünanlagen, Naturteich und Pool sollen am Ende der Freiheitstraße entstehen.

Sport und ambulante Medizin will Burchard verzahnen, gezielte Programme, Seminare und Angebote sowie individuelle Aufenthalte ermöglichen. 50 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Im Planungsausschuss warb Ulrich Burchard jetzt erneut für das Projekt und die Zustimmung der Politiker für sein Bauvorhaben. Und musste feststellen, dass die Fraktionen sich nicht grundsätzlich an dem Projekt stören, sondern ihre Zustimmung an einen Aspekt der Nutzung knüpfen: Im Obergeschoss des Gebäudes sind die Wohnungen, die ursprünglich für Sportler gedacht waren, die unter der Woche dort ausgebildet worden, vermietet — ohne dass eine entsprechende Nutzungsänderung beantragt wurde, wie Bauaufsichtsamtsleiter Helmuth Hentschel bemerkte.

Weil Burchard signalisiert habe, das Wohnen zu unterbinden und den Wohnraum künftig als Verwaltungstrakt zu nutzen, werde die Verwaltung nicht tätig. „Uns reicht es, wenn der Eigentümer sich verpflichtet, die Mietverhältnisse zu beenden“, sagte Hentschel. „Wir müssen das natürlich überprüfen.“ Die Mieter dort rauszuholen, sei rechtswidrig.

„Bei aller Sympathie für das Projekt, aber solange dort gesetzwidrige Zustände herrschen, sind wir nicht bereit, irgendwelche Ermächtigungen an die Verwaltung zu erteilen“, sagte Peter Knitsch (Grüne). Die rechtswidrige Nutzung müsse beendet werden. Klare Verhältnisse forderte auch die CDU.

„Ich habe kein Interesse an einer privatwohnwirtschaftlichen Nutzung“, versicherte Ulrich Burchard. Von dem 3300 Quadratmeter großen Nutzbereich werden derzeit 400 Quadratmeter als Wohnraum genutzt. „Das ist nicht der Teil, der mich rettet“, sagt er. „Ich will Gewerbesteuer nach Erkrath bringen und Arbeitsplätze schaffen.“

Einstimmig beauftragten die Mitglieder des Ausschusses die Verwaltung, den rechtswidrigen Zustand so schnell zu möglich zu beenden. Bis auf die BmU stimmten alle Fraktionen dem Bauvorhaben Freiheitstraße Nr. 50/50a zu.

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