Weiter Streit um neue Feuerwache

Weiter Streit um neue Feuerwache

Die Verwaltung muss ihre Vorlage für den geplanten Neubau der Wache auf dem Cleverfeld nochmals überarbeiten.

Erkrath. Eigentlich hätte am Dienstag im Planungsausschuss der „letzte Akt“ auf dem Weg zum Bebauungsplan für die neue Feuerwache am Cleverfeld steigen sollen. Alle Schriftstücke mit Kritik, Anregungen und Änderungswünschen waren zusammengetragen und in einer 63-seitigen Abwägungsvorlage gebündelt worden, die Grundlage für die abschließende Diskussion sein sollte. Danach hätten die Flächennutzungsplanänderung und der Bebauungsplan beschlossen werden sollen. Doch nach langer Debatte wurde die Entscheidung in letzter Minute an die Ratssitzung am 10. Juli verwiesen.

Zunächst stiegen die Politiker wie gewohnt in die Diskussion ein. Bernhard Osterwind (BmU) brachte noch einmal die Argumente vor, die seine Fraktion im Laufe der vergangenen fünf Jahre entwickelt hatte. Mit dem Cleverfeld gebe man ein Naturschutzgebiet auf, oder zumindest einen Puffer zu den wertvollen Bruchhausener Feuchtwiesen. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum die Untere Bodenschutzbehörde auf Ausgleichsmaßnahmen verzichtet“, so Osterwind nach der Lektüre der Abwägungsvorlage. Auch ein Hinweis auf effektive Kostenkontrolle fehlte dem Fraktionschef in der Vorlage.

„Dabei wird das Projekt schon Stand heute doppelt so teuer wie die größte Feuerwache des Kreises Mettmann in Ratingen“ gab er zu bedenken. Die BmU-Fraktion habe immer eine andere Lösung angestrebt: Die neue Hauptwache hätte auf der Neanderhöhe, weitab von jeder Wohnbebauung und in kleinerer, kostengünstigerer Version gebaut werden können. Die Freiwillige Feuerwehr hätte am bisherigen Standort an der Schimmelbuschstraße verbleiben können. „Eines der wichtigsten Argumente für den Neubau war doch, dass die alte Wache nur eine statt zwei Alarmausfahrten besitzt“, stellte Osterwind fest. Und nun sähen die Pläne für den Neubau am Cleverfeld doch wieder nur eine Alarmausfahrt vor.

Peter Knitsch (Grüne) kritisierte, es sei eine einseitige Abwägung von Politik und Verwaltung gewesen, bei der keinerlei ökologische oder private Belange eine Rolle gespielt hätten. „Vieles spricht dafür, dass die Planung rechtlich nicht in Ordnung ist“ mutmaßte Peter Knitsch.

„Wir haben doch schon vor fünf Jahren ausgiebig diskutiert“ erinnerte Rolf Steuber (FDP). Seine damalige Fraktion sei zwar auch für die Lösung „Neanderhöhe“ gewesen, aber der Ratsbeschluss von 2013 für das Cleverfeld stehe nun einmal im Raum. Weiterhin wurde darüber gestritten, welche Ausgleichmaßnahmen angezeigt seien. Am besten wäre eine Entsiegelung des Grundstücks der alten Wache, fanden einige, zulässig seien aber auch kleinere Maßnahmen wie Extensivierung oder Erosionsschutz.

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