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Vivien Wulf: „Es darf auch mal böse sein“

Vivien Wulf: „Es darf auch mal böse sein“

Die 17-jährige Vivien Wulf aus Erkrath hat es vom Teenie-Contest zur seriösen Schauspielerei geschafft.

Erkrath. Schulferien? Vivien zieht eine Grimasse. Die Lippen verkniffen. Der Blick traurig. Die Schultern herabhängend. „Gar nicht. Ich muss lernen. Nachholen. Das ist eben so.“ Und schon strahlt sie wieder. Das tut sie häufig.

Wenn Vivien Wulf von ihrer Leidenschaft erzählt, sind ihre blauen Augen groß. Die Hände malen imaginäre Bilder in die Luft. Sie wirft ihre langen, blonden Haare in den Nacken. Vivien schwärmt von ihrem Leben. Die 17-jährige Erkratherin ist Fernsehschauspielerin — mit einer ständig steigenden Rollenzahl.

Sie wusste schon früh, was sie wollte. Mit Hilfe eines Wettbewerbs des Teenie-Blatts „Bravo“ reiste sie als 14-Jährige nach Los Angeles, gewann diesen Contest, der sich „Mission Famous“ nannte. Eine Mission, der sie sich — unterstützt von ihrer Mutter, wie sie betont — mit Konsequenz widmet. Sie besucht die Schauspielschule Juniorhouse und nahm unter anderem Theaterunterricht im Schauspielhaus Düsseldorf. 2009 folgte die erste Rolle in einem Kino-Film „Rock it!“

Seither klettert Vivien die Karriereleiter Stück für Stück nach oben. „Ja, es läuft wirklich gut“, sagt sie. Mittlerweile kümmert sich eine Kölner Agentur um die Geschicke der Schauspielerin, die unter anderem in den RTL-Serien „Unter uns“ und „Alarm für Cobra 11“ gedreht hat. Zuletzt aber war das ZDF Hauptauftraggeber der 1,69 Meter großen Darstellerin, die Ballett, Tanz und Gesang als besondere Fähigkeiten auf ihrer Setcard führt.

Sie will Schauspielerin werden. Dem ordnet Vivien alles unter. „Ich habe Glück, dass ich dabei viel Verständnis zum Beispiel in der Schule erfahre“, betont sie. So ein Filmset sei einfach ihre Welt. „Die ganze Atmosphäre, das Treffen mit anderen, viel bekannteren Schauspielern, ist unheimlich spannend und aufregend.“ Dieses Gefühl und ihre Neugier, sagt sie, wolle sie sich so lang wie möglich erhalten.

Zuletzt hat sie für das Zweite zwei große TV-Film-Produktionen abgedreht: Rosamunde Pilchers „Verlorener Sommer“ an der Seite von Patrik Fichte und die jüngste Episode von „Kreuzfahrt ins Glück“, die am 2. Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt wird — Vivien Wulf unter dem Weihnachtsbaum.

Ihr macht es ganz offensichtlich Spaß, sich in der Welt von Film und Glamour zu bewegen. „Du wirst mit jedem Auftritt in der Öffentlichkeit sicherer. Aber bei aller Professionalität bleibt der Spaß groß“, sagt sie.

Und das nicht nur vor laufenden Kameras. Unlängst lief sie über den roten Teppich einer Cartier-Show — als Gast. Und auch das kommt dazu: wachsendes Medieninteresse. Das hat sie auf die Talk-Couch von Stefan Raab in „TV Total“ geführt. „Das war wirklich nett. Er ist ja auch Profi. Hinterher hat er mit gesagt, dass ich gut rüber gekommen sei. Das macht auch stolz“, sagt sie.

Sie sei glücklich, wie es sich im Moment entwickelt. „Ich brauche zurzeit gar nicht zu Castings zu gehen. Ich werde ausgesucht.“ Sie sagt es nebenbei, gar nicht arrogant. Und dennoch macht sie eine Pause. Lächelt. „Ja, es ist gut im Moment. Toi, toi, toi“, sagt sie und klopft auf die schwarze Lederlehne des Sessels.

Sie würde sich aber freuen, „wenn die Rollen etwas anders würden“. Die schöne Blonde, die traurige Blonde, die ätherische Schönheit. . . „Es darf auch mal böse sein — oder richtig schmutzig.“ Da sei sie offen. Nur eines kommt nicht infrage: „Vor der Kamera ziehe ich mich nicht aus.“