Unternehmen engagiert sich auf Ponyhof in Unterbach

Erkath/Unterbach : Wenn Büromenschen Mistgabeln schwingen

Fünf Mitarbeiter einer Düsseldorfer IT-Firma trotzten auf Gut Rodeberg dem Regen. Einen Tag packten sie mit an, inklusive Treckerfahren und Ausmisten.

. Treckerfahren war schon immer ein Traum von Michael Schymura. Auf Gut Rodeberg hat sich dieser Kindheitstraum für den Vertriebler nun erfüllt. Gemeinsam mit drei Kollegen und einer Kollegin hat er den „Social Day“ seines Arbeitgebers auf dem Unterbacher Pferdeschutzhof verbracht und außer Trecker zu fahren auch tatkräftig mit angepackt. Bei zeitweise strömendem Regen befreite ein Teil des fünfköpfigen Teams den Reitplatz von Brombeerhecken und kümmerte sich um den Misthaufen. Trockener hatten es da die Kollegen, die in der Scheune Stroh- und Heuballen stapeln oder den Hufschlag in der Halle mit Erde auffüllen durften.

Trotz des kühlen Herbstwetters geraten die Helfer ins Schwitzen

„Hier gibt es eine ganze Menge Aufgaben, die für ungeübte Menschen körperlich nicht so einfach sind“, stellte Marketing-Fachmann Andre Keime fest, während er beim Schaufeln trotz des kühlen Herbstwetters ganz schön ins Schwitzen kam. Daher war Christina Helm, Inhaberin von Gut Rodeberg, auch mehr als glücklich, als sich die IT-Leute überraschend bei ihr meldeten und verkündeten, dass sie ihren jährlichen „Social Day“ auf dem Hof verbringen wollten. Jede helfende Hand wird dort dringend gebraucht, um den zum Teil bereits sehr betagten Pferden und Ponys dauerhaft ein Zuhause zu sichern.

„Das war der erste Social Day bei uns“, sagt Helm, „und es hat viel Freude gemacht, mit einem so engagierten und sympathischen Team zusammenzuarbeiten.“ Das fanden auch die „Büromenschen“ – trotz Regen und harter Arbeit: „Es war ganz schön anstrengend und schweißtreibend, hat aber riesigen Spaß gemacht. Die körperliche Arbeit hier draußen auf dem Hof erdet einen. Das sollte jeder hin und wieder einmal machen. Gerade für Stadtmenschen ist das ein Erlebnis und Kontrastprogramm zum Büroalltag“, fassen Michael Schymura, Roman Nowara und Stephan Müller zusammen: „Und: man sieht sofort Ergebnisse und Erfolge.“ Eine entspannende – oder für den einen oder anderen auch aufregende – aktive Pause gab es auch: Als Dankeschön durften sich die Tages-Ehrenamtler selbst als Pferdeflüsterer versuchen und erhielten einen kleinen Einblick in die Praxis des Horsemanships. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Bodenarbeit, an der auch die älteren Pferde noch viel Freude haben und die sie problemlos meistern können.

Organisiert hatte den gemeinsamen „Social Day“ Qlik-Assistentin Michelle Smith, die über das Düsseldorfer Tierheim auf Gut Rodeberg aufmerksam geworden war. Dass der vom Arbeitgeber fürs ehrenamtliche Engagement freigestellte Arbeitstag von der Belegschaft geschätzt und angenommen wird, haben Smith und ihre Kollegen auf Gut Rodeberg eindrücklich bewiesen.

Der tatkräftige Einsatz der Fünf auf dem Hof kam zeitlich genau richtig, denn eine Gruppe Tierfreunde hat sich zur Gründung eines Fördervereins für die Versorgung von Pferdesenioren und anderen betagten Tieren zusammengeschlossen. Die Satzung steht bereits, jetzt muss noch die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen, bevor der Verein den Ponyhof regelmäßig unterstützen kann.

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