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Theatergruppe „Spotlight“ begeistert Publikum: Klassiker im neuen Gewand

Theatergruppe „Spotlight“ begeistert Publikum: Klassiker im neuen Gewand

Die Theatergruppe „Spotlight“ begeistert ihr Publikum mit der Aufführung des Stückes „Emilia Galotti“ von Lessing.

Erkrath. „Ist es, zum Unglücke so mancher, nicht genug, dass Fürsten Menschen sind: Müssen sich auch noch Teufel in ihren Freunden verstellen?“

So lauten die fassungslosen Worte des Prinzen, der neben der vom Vater mit einem Dolch erstochenen Emilia kniet. Als sich der Vorhang schließt, ertönt zwar nicht das gewohnte laute Gelächter im Zuschauerraum, dafür gibt es aber tosenden Beifall.

Am Samstag- und Sonntagabend brachte die Theatergruppe „Spotlight“ der evangelischen Kirchengemeinde Erkrath im Joachim-Neander-Haus Lessings Klassiker „Emilia Galotti“ auf die Bühne.

„Nachdem unsere letzten beiden Stücke Komödien waren, war nun etwas Ernstes an der Reihe“, sagt Marcel Gobiet, der bei dem Trauerspiel Regie geführt hat. Das Stück wurde zum Teil modern inszeniert — mit schicken Büromöbeln, einem zeitgenössischen Bett und modischen Kostümen. Die altertümliche Sprache hatte die Gruppe aber beibehalten.

Dass anfangs die langen und anspruchsvollen Textpassagen für manche Spotlight-Mitglieder eine Herausforderung darstellten, war auf der Bühne keineswegs zu bemerken. 1996 wurde die Gruppe von einigen Jugendlichen gegründet, einer von ihnen war Michael Kastner (33), heutiger Leiter der Gruppe.

„Alles hat mit der Idee begonnen, einen Film zu drehen“, erinnert sich Kastner. Spotlight habe dann aber schnell Gefallen an der Bühne gefunden. Seitdem wurden einige Komödien wie „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt und „Es war die Lerche“ von Ephraim Kishon aufgeführt, aber auch Tragikomödien wie „Top Dogs“ von Urs Widmer.

Insgesamt kann das Ensemble auf mehr als 20 erfolgreich umgesetzte Projekte zurückblicken. Die Gruppe entscheidet jedes Jahr gemeinsam, welches Stück gespielt wird. Dabei möchten die Spotlighter möglichst auf die Wünsche jedes Einzelnen eingehen. „Wichtig ist uns, jedem Gruppenmitglied das Spielen zu ermöglichen“, sagt Kastner.

Im vergangenen Jahr hatte die Erkrather Theatergruppe zur Feier ihres 15-jährigen Bestehens zu einer Dinner-Theater-Gala eingeladen. Dabei standen die Mitglieder nicht nur auf der Bühne, sondern kümmerten sich zugleich um das Catering.

„Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis“, sagt Gina Drevers (23), die bereits seit fünf Jahren bei Spotlight ist. Sie schätzt an diesem Hobby die Abwechslung von Schauspielen und kreativen Aufgaben wie die Gestaltung der Plakate und des Bühnenbilds sowie die gute Gruppengemeinschaft.

Bei der diesjährigen Premiere konnte sich die Gruppe über rund 120 Zuschauer freuen. Einige von ihnen sind seit Jahren treue Gäste, so auch Reinhard Liegl (80): „Die Spotlighter haben heute bewiesen, dass sie auch ernsthafte Stücke mit Bravour meistern.“

Die Kombination alter Sprache mit modernem Bühnenbild und Liedern kam bei den Zuschauern sehr gut an. Im September möchte die Gruppe mit ihrem neuen Projekt starten. Wahrscheinlich steht dann wieder etwas Lustiges auf dem Programm.