Telekom zieht Antrag zurück: Keine neue Mobilfunkanlage

Telekom zieht Antrag zurück: Keine neue Mobilfunkanlage

Nach Widerstand der Verwaltung zieht die Telekom ihren Antrag zurück.

Hochdahl. Gute Nachrichten aus dem Rathaus: An der Schliemannstraße wird keine weitere UMTS-Anlage errichtet. Das bestätigte der Technische Dezernent der Stadt, Fabian Schmidt, am Donnerstag auf WZ-Anfrage.

Wie berichtet, wollen Mobilfunkanbieter an drei bereits bestehenden Standorten im Stadtgebiet neue GSM- und UMTS-Anlagen installieren und darüber hinaus auch einen neuen Standort am Heiderfeld in Alt-Erkrath einrichten. Weil dieser aber im Außenbereich liegt, „ist er laut mündlicher Aussage des von der Stadt beauftragten Gutachters hinsichtlich der Immissionen verträglich“.

Anders sah das an der Schliemannstraße aus: Auf dem Gebäude 44 plante der Mobilfunkbetreiber Telekom, die bestehenden Sendeanlagen um eine weitere zu ergänzen. Der Standort liegt in einem reinen Wohngebiet und ist lediglich 140 Meter weit von der Kindertagesstätte Schliemannstraße entfernt. „Die Strahlenbelastung durch die vorhandenen Stationen auf dem Gebäude ist bereits höher als es das Mobilfunkkonzept vorsieht“, sagt Schmidt. „Darum haben wir dem Betreiber mitgeteilt, dass wir den Standort ablehnen.“

Aufgrund des Widerstandes der Stadt verzichtet die Telekom nun auf die Errichtung der UMTS-Anlage. Einen Alternativstandort hat das Unternehmen laut Schmidt nicht beantragt. Mit Schwierigkeiten ist durch den Verzicht auf die Anlage kaum zu rechnen: „Ich gehe nicht davon aus, dass dadurch Probleme bei den Funkverbindungen in Erkrath auftreten“, sagt der Technische Beigeordnete.

Bernhard Osterwind (BmU), dessen Fraktion sich entschieden gegen eine weitere Anlage an der Schliemannstraße gewehrt hatte, sagt dazu: „Ich freue mich über diese Entscheidung und halte sie für eine Frucht der jahrelangen Bemühungen um die Errichtung eines Mobilfunkkonzeptes.“ Dieses soll klären, wo wie viele Sendeanlagen stehen, und es soll gewährleisten, dass Strahlenbelastungen im bewohnten Stadtgebiet gleichmäßig verteilt werden. Die Schliemannstraße ist als Standort nicht vorgesehen.

Das Konzept ist zwar kein verbindliches, soll der Stadt jedoch im Falle eines Rechtsstreits mehr Sicherheit bieten. „Das Konzept steht im Prinzip. Etwas aufgehalten hat uns, die Zustimmungen der Grundstückseigentümer für Alternativstandorte einzuholen“, sagt Schmidt. „Wenn wir einen Standort ablehnen, müssen wir Argumente anführen können und die Immissionen berechnet haben.“

Nur durch den Verweis auf eine funktionierende Alternative sei das Ziel des Konzeptes durchzusetzen. „Da können wir keine ,Luftstandorte’ anbieten.“

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