Stellarium erklärt Sternschnuppen

Erkrath : Sternschnuppen-Alarm über Erkrath

Das Stellarium in Hochdahl erklärt die Herkunft von Sternschnuppen. Es sind Teile von Kometen, lehren die Experten.

Alljährlich im August kommt es am Himmel zu einem Meteoritenregen. Ob man nun daran glaubt, dass Sternschnuppen Wünsche erfüllen können, oder ob man nur auf der Wiese liegt, um bei ihrem Anblick zu entspannen – die „Perseiden“ sind auf jeden Fall ein Ereignis. Das Maximum der Sternschnuppen-Häufung war für die Nacht von Montag auf Dienstag erwartet worden. Zur Einstimmung gab es vorab im Planetarium Hochdahl ein „Stellarium Spezial“ mit dem Titel „Sternschnuppen in der Sommernacht“. Von den kulturhistorischen Hintergründen über die astronomischen Ursprünge der Meteoriten bis hin zu einer stimmungsvollen Himmels-Simulation wurde in der live moderierten Show alles geboten.

„Sommerdreieck“ besteht aus aus „Adler“, „Schwan“ und „Leier“

„Wir starten unsere Reise mit Blick in den südlichen Sternenhimmel“, erklärte Dozentin Magdalena Kapela. Wenn man Sternschnuppen beobachten wolle, müsse man wissen, wo man hinschauen soll – deshalb gab es erstmal einen kleinen Exkurs in die Welt der Sternbilder. Wenn man nach Sonnenuntergang Richtung Südwesten blickt, könne man sich gut am sogenannten „Sommerdreieck“ orientieren, das aus den Sternbildern „Adler“, „Schwan“ und „Leier“ besteht. Am bekanntesten seien wohl der „Große und Kleine Wagen“, die von den alten Griechen „Großer und Kleiner Bär“ genannt wurden, ohne zu wissen, dass Bären in Wirklichkeit keine langen Schwänze haben. Wenn man jedoch den Ursprung der Sternschnuppen suche, müsse man das Sternbild „Perseus“ finden, das sich am nördlichen Nachthimmel direkt unter „Cassiopeia“ und „Andromeda“ befindet.

Doch warum ist das so? Unser Sonnensystem besteht nicht nur aus den acht Planeten, sondern aus Milliarden von Objekten aller Größen und Formen. Solche „Asteroiden“ befinden sich besonders gehäuft zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter, sowie am Rande des Sonnensystems. Asteroiden werden von der Gravitation der größeren Planeten „angesaugt“ und können dann entweder als Meteore in der Atmosphäre verglühen, oder, ab einer gewissen Größe, auf dem Boden aufschlagen. „Größere Einschläge passieren auf der Erde etwa alle 100 Jahre, aber genau wissen wir es nicht“, sagt Kapela. Die Sternschnuppen im August gehen jedoch auf Kometen zurück: Kometen sind Relikte aus der Entstehungszeit des Sonnensystems und umkreisen die Sonne auf extrem langen Bahnen bis in den interstellaren Bereich. Wenn sie alle paar Jahrzehnte die Erdbahn kreuzen, hinterlassen sie kleine Partikel aus Staub und Gestein.

Die Erde wandert jedes Jahr im August durch die Schweif-Spur des Kometen „Swift-Tuttle“. Wenn die Teilchen auf die Atmosphäre treffen, leuchten sie als sehr schnelle, helle Streifen auf – „Sternschnuppen“. „Kometen enthalten Wassereis und andere Bausteine des Lebens, so dass es wahrscheinlich ist, dass diese durch Kometeneinschläge auf die Erde gebracht wurden“, erklärt Magdalena Kapela. Ein Stück „Sternenstaub“ zum Anfassen hat sie auch mitgebracht: einen Handteller großen Klumpen aus reinem Eisen, der vor rund 5000 Jahren in Argentinien eingeschlagen sei. „Wenn sie einen Stein sehen, der anders aussieht als die anderen und besonders schwer ist, haben sie vielleicht einen Meteoriten gefunden.“

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