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Stadt findet keine neuen Ingenieure

Erkrath : Radverkehrskonzept noch kaum umgesetzt

Stadt sieht fehlendes Personal als Ursache.

Vor vier Jahren hat der Stadtrat ein Radverkehrskonzept für Erkrath beschlossen, das seitdem mehr oder weniger in der Schublade liegt. Vor dem Hintergrund der von „Fridays for Future“ befeuerten Klima-Debatte hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen nun im Rat beantragt, dass der Arbeitskreis „Radverkehr“ wieder aktiviert werden soll, um endlich die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes zu planen. Doch die Verwaltung warnt vor Überlastung des städtischen Personals.

Erkrath hat bei der Freundlichkeit für Radfahrer viel nachzuholen

In ihrem Antrag verweisen die Grünen auf die Ergebnisse des bundesweiten „Fahrrad-Klimatests“ des ADFC, bei dem Erkrath nur auf Rang 271 von 311 teilnehmenden Kommunen zwischen 20 000 und 50 000 Einwohnern gelandet war. Der Fundort des Neandertalers gehöre damit zu den 20 Prozent der fahrrad-unfreundlichsten Städte. Die Grünen fordern Rat und Verwaltung auf, diese Umfrage ernst zu nehmen und bis zum Herbst den Arbeitskreis „Radverkehr“ einzuberufen. Viel zu lange seien die meisten Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept schon aufgeschoben worden.

Die Verwaltung begründet dies mit der angespannten Personalsituation. Aktuell seien im Fachbereich 66 (Tiefbau-Straße-Grün) zwei Ingenieurstellen unbesetzt, für die man einfach keine geeigneten Bewerber finden könne. „Wir sind mit der Personalsituation absolut nicht zufrieden“, räumt Ralf Hezel, neuer Abteilungsleiter, ein. „Aber es ist nicht so, dass wir den Kopf in den Sand stecken. Zum Beispiel haben wir schon Kontakt zu Peter Martin vom ADFC Erkrath aufgenommen.“ Peter Knitsch (Grüne) wollte das nicht gelten lassen: „Die Stadt hat genug Ingenieure, es geht nur darum, wofür sie eingesetzt werden.“ So müsse der Klimaschutz Priorität gegenüber Bauprojekten wie dem Gewerbegebiet Neanderhöhe bekommen.

Die Fraktionen im Stadtrat von SPD, Grünen und BmU einigten sich letztlich in einem mehrheitlich getragenen Entschluss darauf, die Frist „bis Jahresende“ zu verlängern und stimmten dem Antrag der Grünen gegen die Stimmen von CDU und FDP zu.