Natur in Erkrath Wildtiere brauchen kein Zusatzfutter

Erkrath · Wer Wildtiere liebt, füttert sie nicht. Auch nicht im Winter. Das macht die Stadt deutlich.

Taubenfütterungen sorgen regelmäßig für Diskussionen.

Taubenfütterungen sorgen regelmäßig für Diskussionen.

Foto: Oliver Wiegand

(Red) Die Stadt erinnert an das Fütterungsverbot für Wildtiere. Nicht artgerechte Fütterung könne das Tierwohl gefährden. Nicht nur im Winter unterstützen einige Menschen die heimische Tierwelt bei der Futtersuche, auch über das Jahr verteilt gibt es die ein oder andere Futterspende – allerdings sind hierbei bestimmte Regeln zu beachten, so die Stadt.

Die Fütterung von Wildtieren im öffentlichen Raum sei grundsätzlich verboten. Das Verbot beziehe sich nicht nur auf heimische Tiere wie Tauben, Enten und Gänse, sondern auch auf zugewanderte Arten wie Nilgänse, wilde Halsbandsittiche sowie Bisam- und Biberratten. Durch die Fütterung verlassen die Tiere ihr eigentliches Quartier, gewöhnen sich an den Menschen und verbreiten sich so schneller.

Auch könne das nicht artgerechte Füttern negative Folgen für das Tierwohl haben. „Wildtiere vertragen Nahrungsmittelreste wie altes Brot oder anderes, nicht artgerechtes Futter nur sehr schlecht. In der Folge können sie dadurch erkranken oder sogar sterben“, erläutert Karin Blomenkamp, Leiterin des Naturschutzzentrums Bruchhausen.

Das unerlaubte Füttern von Wildtieren stellt zudem einen Verstoß gegen das Landesjagdgesetz dar und kann mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden. „Auch Tauben, Spatzen und andere Vögel benötigen in typischen Wintern ohne andauernde Schneedecke oder tagelangen Dauerfrost keine Hilfe“, erläutert Blomenkamp weiter.

Wer die Tiere auf Verkehrsflächen oder in Parks und Grünanlagen füttert, locke dadurch vor allem Mäuse und Ratten an und könne von der örtlichen Ordnungsbehörde mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro bestraft werden. Die Folgen der unerlaubten Fütterung können sich bis in den heimischen Garten auswirken: So durchwühlen die sich rasant ausbreitenden Nutrias mittlerweile in der gesamten Region Kleingärten, Friedhöfe und öffentliche Grünanlagen auf der Suche nach Nahrung und verursachen dort allerlei Schäden. Die Tiere verlören auch zunehmend ihre natürliche Scheu vor den Menschen und greifen sogar größere Hunde an, wenn sie sich bedroht fühlen.

Generell gilt, dass Wildtiere in der Regel gut ohne zusätzliches Futter über den Winter kommen, so die Stadt. Wer die Tiere dennoch gezielt unterstützen möchte, kann beispielsweise in heimischen Gärten oder auf dem Balkon geeignete Futterstellen für Vögel einrichten oder Kontakt zum Naturschutzzentrum aufnehmen, wo Futterspenden nach vorheriger Absprache entgegengenommen werden.

Interessierte können sich telefonisch unter 02104 797989 oder per Mail an [email protected] mit dem Team in Verbindung setzen.

(dne)
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