1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Erkrath

St. Sebastianus Bruderschaft: In Erkrath dreht sich wieder etwas

St. Sebastianus Bruderschaft : Die Erkrather Herbstkirmes ist zurück

Die spontan organisierte Herbstkirmes der St. Sebastianus Bruderschaft Erkrath lockte zahlreiche Besucher. Der Familienspaß auf dem Gerberplatz war zugleich eine Benefizveranstaltung für die Opfer des Juli-Hochwassers.

Langsam kommt wieder Leben in die Bude. So jedenfalls sah es ein Besucher der Herbstkirmes, die von Donnerstag bis Sonntag auf dem Gerberplatz stattgefunden hat. Die St. Sebastianus Bruderschaft hatte die erste, von Zugangsbeschränkungen freie Großveranstaltung in Erkrath seit eineinhalb Jahren auf die Beine gestellt – nicht nur als Ersatz für das im Sommer ausgefallene Schützenfest. Und die Erkrather nahmen die Gelegenheit, sich nach langer Pause auf dem Rummel vergnügen zu können, zahlreich an. Die Mitglieder des Schützenvereins bezahlten gerne die Teilnehmergebühren für die Schießwettbewerbe, die diesmal den Flutopfern in Erkrath „und anderswo“ zu Gute kommen sollten.

Erkrath gehört nicht zu den Städten, die überregional für ihre im Verhältnis zur Einwohnerzahl große Kirmes bekannt sind, wie etwa Haan oder Schwelm. Auf dem Gerberplatz fand sich dennoch (fast) alles, was man für ein paar fröhliche Stunden auf dem Rummel braucht. Das Kettenkarussell lud ein, sich frei schwebend einen kleinen Adrenalin-Schub zu holen und sah dazu auch noch beeindruckend aus. Für die Kleinsten lockte ein buntes Kinderkarussell, das auch ausgiebig genutzt wurde, während die stolzen Eltern drum herum standen und Fotos mit ihren Smartphones machten. Und der Autoscooter schließlich bot zeitlosen Spaß für alle Altersklassen. An den Buden der Schausteller standen die Leute manchmal sogar Schlange, um Pommes, Raclette oder Zuckerwatte zu kaufen.

Veranstalter sind mit
ihrer Entscheidung zufrieden

„Man muss das alles natürlich noch mit Vorsicht genießen“, sagte Sebastian aus Alt-Erkrath, der mit Bruder, Schwägerin und den Kindern gekommen war; „Aber es ist nett, endlich mal wieder unter Leute zu kommen“, fand der junge Vater. Sohn Max (4) war derweil mit Entenangeln beschäftigt und durfte sich nach Erfolg ein Spielzeug-Billardset aussuchen. Überhaupt gab es für Kinder und Glücksritter einiges auszuprobieren, um Preise zu gewinnen, die man kaum im Laden finden dürfte. Luftballon-Darts, Dosenwerfen und Luftgewehrschießen waren nur einige der bei der Herbstkirmes angebotenen Disziplinen. Der vierjährige Max war aber erstmal mit seinem Billardset zufrieden und genoss die Atmosphäre auf dem Kirmesplatz. Beim Urlaub in Griechenland in der vergangenen Woche seien die Auflagen samt Masketragen Masken noch strenger gewesen, berichtete Vater Sebastian.

Am Samstag konnten Vorsitzender Wolfgang Heß und Schatzmeister Werner Schink schon eine erste Bilanz ziehen. „Der Eindruck ist sehr gut. Die Kirmes wird sehr gut angenommen, sowohl von den Bürgern, als auch von unseren Mitgliedern“, sagte Heß. „Ich war zuerst dagegen, dieses Risiko außerhalb der Saison einzugehen. Aber auch ich muss jetzt sagen, dass es die richtige Entscheidung war“, sagte ein gutgelaunter Werner Schink.

Die Herbstkirmes war eine reine Benefiz-Veranstaltung, bei der kein reguläres Königsschießen stattgefunden hat. Die Wettbewerbe für Mitglieder und Vereine liefen außerhalb des offiziellen Turnus, und die Sieger bekamen statt einer Medaille eine Flasche „Flutwein“ von der Ahr. „Wir haben uns vor sechs Wochen gesagt: Wir müssen die Zeit nutzen, um etwas zu tun – für die Bürger, für die Flutopfer und auch für unsere Mitglieder“, sagt Wolfgang Heß.