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Spedition in Unterfeldhaus: Der ungeliebte Nachbar

Spedition in Unterfeldhaus: Der ungeliebte Nachbar

Politiker und Anwohner sind gegen die Ansiedlung einer Spedition in Unterfeldhaus.

Erkrath. Ulla Grimm ist entsetzt. Die Sprecherin der Anwohner der kleinen Straße Lohbruchweg in Unterfeldhaus, die ein Stück parallel zur Max-Planck-Straße verläuft, will nicht glauben, dass sich auf dem ehemaligen Gelände des Fuhrunternehmens Kleine wieder eine Spedition ansiedeln darf und wird.

„Ich habe schon im vergangenen April beobachtet, dass sich auf dem Gelände wieder etwas tut“, sagt sie. Seit Juli 2011 führen immer mehr Lastwagen. Ulla Grimm hat alles fotografiert und die Stadtverwaltung informiert. Immer wieder, wie sie versichert. Passiert sei in den vergangenen Monaten nichts. „Wir wollen nur unsere Nachtruhe“, formuliert sie die Forderung der Anwohner des Lohbruchwegs. „Von 20 bis 6 Uhr. Mehr nicht.“

Offiziell Thema war die Ansiedlung der Spedition erst am Dienstag im Stadtrat, nachdem sowohl die SPD als auch die BmU entsprechende Anfragen gestellt hatten. Technischer Beigeordneter Fabian Schmidt bestätigte die Ansiedlung der Safram Spedition GmbH auf dem Gelände Max-Planck-Straße/Ecke Otto-Hahn-Straße.

„Wir müssen unseren Standort notgedrungen verlagern“, sagt Ulrich Meier, Geschäftsführer des Logistik-Unternehmens, das seit 1996 nicht weit entfernt an der Feldheider Straße in Kempen sitzt.

Weil der Vermieter der Immobilie dort nur noch einen Mieter haben möchte, musste sich das Logistik-Unternehmen nach einem neuen Standort umsehen. Fündig wurde es an der Max-Planck-Straße. „Wir haben ein Fünf-Jahres-Mietvertrag unterschrieben“, sagt Meier. In der Regel laufe der Betrieb täglich bis etwa 21 Uhr.

„Wir können ein Aussetzen der bestehenden Baugenehmigung nicht erreichen“, teilte Schmidt den Ratsmitgliedern mit und verwies auf entsprechende Gerichtsurteile.

Die Baugenehmigung für eine Spedition bleibe bestehen, auch wenn gerade keine angesiedelt sei. „Nur wenn wir eine Baugenehmigung erteilen müssen, weil sich die Nutzung ändert, können wir darauf Einfluss nehmen“, sagte Schmidt. Aus seiner Sicht kann die Stadt den Betrieb der Spedition nicht verhindern.

„Ich mag nicht glauben, dass bei Wiederaufnahme der Nutzung die Stadt keine Chancen hat, daran etwas zu ändern“, sagte Peter Knitsch (Grüne). Ihm sei eine solche Rechtsprechung nicht bekannt. Er gehe davon aus, dass ein neuer Nutzer auch eine neue Nutzungsgenehmigung beantragen muss.

Knitsch forderte für die kommende Planungsausschusssitzung eine ausführliche Vorlage zu dem Thema und wurde darin sowohl von SPD und BmU als auch der CDU unterstützt. Bürgermeister Arno Werner sicherte eine Aufbereitung des Themas für die nächste Sitzung zu.