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SPD Bürgermeisterkandidat Erkrath: Jörg Schintze sucht den Dialog

Erkrath : Er hat Kanzler Schmidt bewundert

Der SPD-Bürgermeister-Kandidat engagiert sich gegen Leerstände und für das Gespräch mit den Bürgern.

Jörg Schintze ist ein Kind des Ruhrpotts. Der Vater des gebürtigen Esseners war Kfz-Schlosser. Seine berufliche Laufbahn begann Schintze als Automatenkaufmann. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Er suchte sich eine neue Herausforderung, studierte Jura und hat sich als Anwalt für Verwaltungs- und Gewerberecht in Essen niedergelassen. „Ich bin bundesweit tätig“, erzählt der 57-Jährige.

„Ich komme zwar nicht aus der Verwaltung, aber ich kenne im Umkreis viele Verwaltungen.“ Bereits 1982 trat er in die SPD ein. „Wegen Helmut Schmidt“, verrät er. Ihn hat er als Kanzler bewundert. Doch kurz darauf gab Schmidt sein Amt an Helmut Kohl ab und Jörg Schintzes Interesse beschränkte sich auf das Historische. Er befasste sich mit Größen wie Schmidt, Brandt und Bebel. Erst 1997 wurde er in Essen aktiv. „Von 2004 bis 2010 war ich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD“, erzählt er, „und in dieser Funktion auch ein beratendes Mitglied des Bundesvorstandes.

Er sah einige SPD-Vorsitzende kommen und gehen

Im Lauf der Jahre hat er einige SPD-Vorsitzende kommen und gehen sehen. 2011 lernte Jörg Schintze seine Frau, eine Erkratherin, kennen. Die Entscheidung über den künftigen Lebensmittelpunkt des Paares fiel für Erkrath. „Ich bin 2012 nach Erkrath gezogen.“ Hier ließ er es mit der Politik erst einmal ruhig angehen. „Aber dann fing es wieder an zu kribbeln“, meint er schmunzelnd. Im Zuge der Zusammenlegung der beiden Ortsvereine wurde Schintze zum Vorsitzenden gewählt. „Das nimmt dann eine Eigendynamik an“, erklärt er seine Kandidatur zum Bürgermeister.

Als Anwalt für Verwaltungs- und Gewerberecht stehen für ihn nicht nur Haushalt und Finanzen, sondern vor allem auch der Wirtschafts- und Arbeitsmarkt in Erkrath auf der Agenda. Vornehmlich beim Leerstand des ehemaligen Möbelhauses Flamme in Unterfeldhaus sieht er Handlungsbedarf. „10 000 Quadratmeter liegen hier brach“, sagt er. An Ideen mangelt es ihm nicht. „Wir haben hier das leistungsfähige Internet. Da würde sich ein Rechenzentrum anbieten.“ Auch eine Nutzung durch unterschiedliche Handwerksbetriebe könnte er sich vorstellen. „Man könnte auch Workspaces hier einrichten, die stundenweise zu mieten sind“, meint er, „für alle, die zuhause grade keinen Platz fürs Homeoffice haben.“ In der Verbindung von handwerklicher Arbeit und moderner Digitalisierung sieht Schintze die Zukunft.

Um die Zukunft des Leerstandes ins Gespräch zu bringen, wünscht sich Schintze, alle Beteiligten an einem Tisch zu versammeln, um in den Dialog zu gehen. Überhaupt ist ihm der Dialog wichtig. „Ich wünsche mir mehr Bürgerforen“, betont er. Ihm ist es wichtig, die Politik und Verwaltung in den Dialog mit den Bürgern zu bringen. „Da sehe ich noch erheblichen Handlungsbedarf.“ Viele Bürger fühlten sich nicht mehr mitgenommen. „Man muss auch mal rausgehen und den Bürgern Frage und Antwort stehen. ­Persönlich.“

Nicht nur Entscheidungen treffen, sondern diese auch transparent machen. Derzeit ist Jörg Schintze mit seiner Arbeit als Anwalt und mit dem Wahlkampf ausgelastet. „Ich habe keine Zeit für Hobbies.“ Allerdings hat er sich ein neues Fahrrad gekauft. „Ich habe die Hoffnung, ein bisschen mehr mit meiner Frau Fahrrad zu fahren“, sagt der Sozialdemokrat zuversichtlich.