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Soziales: Sie sagen, wo’s Zuschüsse gibt

Soziales: Sie sagen, wo’s Zuschüsse gibt

Drei Berater informieren und unterstützen Familien, die Arbeitslosengeld und Hartz IV erhalten, beim Ausfüllen von Bildungsanträgen.

Erkrath. Ob Klassenfahrten, Besuch von Musikschule und Sportverein oder die Mittagsverpflegung in der Schule: Kinder kosten Geld. Geld, das nicht allen Familien zur Verfügung steht. Doch seit 2011 muss kein Kind mehr bei der Klassenfahrt zu Hause bleiben oder aus dem Sportverein austreten. Denn das von der Bundesregierung beschlossene Bildungs- und Teilhabepaket bietet finanzielle Hilfen für Kinder aus Familien, die Arbeitslosengeld oder Hartz IV beziehen.

Was gut klingt, hatte auch in Erkrath bis zum April einen Haken: Um an das Geld zu kommen, muss ein Antrag ausgefüllt werden. Nicht einfach für ausländische Familien. Viele Leistungsberechtigte wissen auch gar nicht über die Details der Fördermöglichkeiten Bescheid. Die Folge: In vielen Städten wurde nur ein Bruchteil der möglichen Fördermenge abgeschöpft.

Deshalb gibt es jetzt in Erkrath drei Bildungs- und Teilhabeberater. Sabine Burghardt, Veronika Wolff und Marco Demary sollen bei den Familien der rund 2000 Kinder, deren Eltern Leistungen in Anspruch nehmen können, das Bildungspaket bekannter machen und Hilfestellung geben.

„Wir versuchen, alle Leistungsberechtigten zu erreichen“, sagt Marco Demary. In manchen Stadtteilen sei das Bildungspaket schon gut angenommen worden und die Eltern hätten das Essen für ihre Kinder in der Schule beantragt, viele wüssten aber nicht über das komplette Angebot Bescheid. Dazu kämen Sprachbarrieren.

Deshalb hat das Team Info-Flyer in den Sprachen Deutsch, Russisch, Polnisch und Türkisch erstellt. Arabisch soll folgen. Die Flyer wurden den Kindern mit nach Hause gegeben. Offenbar mit Erfolg: „Es gibt Eltern, die kommen jetzt mit diesem Flyer und wollen Hilfe“, sagt Sabine Burghardt.

Manche Leistungsberechtigten hätten sich aus Scham aber bislang nicht getraut, die Anträge auszufüllen. „Ein Antrag lohnt sich jedoch, weil manche Leistungen auch rückwirkend zum 1. Januar bezogen werden können“, sagt Demary.

Neben der Aufklärungsarbeit berät das Team einmal pro Monat auch an den Schulen. Jeden Monat sind die drei Berater von 10 bis 11 Uhr im Familienbüro im Haus der Kirchen, Hochdahler Markt 9, zu erreichen. Der nächste Termin ist am Mittwoch, 22. August. Ansonsten sitzen die Bildungsberater täglich von 9 bis 12 Uhr bei der Stadt Erkrath am Klinkerweg 9, Zimmer 309. Montags bis donnerstags auch von 14 bis 17 Uhr.

Ende 2013 läuft die Beratung aus. „Bis dahin wollen wir in Erkrath Strukturen geschaffen haben, damit es auch ohne uns funktioniert“, sagt Marco Demary.