Erkrath : Die Premiere des Sommerfestes gelingt

Zum ersten Mal gab es einen Mobilitätstag beim Sommerfest der Werbegemeinschaft. Hier konnten Bürger ihre Fragen stellen.

Premiere gelungen, so lautet das Fazit von Lena Brümmer, der Klimaschutzmanagerin der Stadt Erkrath, am späten Samstagnachmittag. Erstmals gab es im Rahmen des Sommerfestes der Werbegemeinschaft Hochdahler Markt einen Mobilitätstag, den Lena Brümmer organisiert hatte. Sie zieht eine positive Bilanz: „Nicht nur ich habe viele interessante Gespräche mit Bürgern geführt. Viele sind mit konkreten Fragen an mich herangetreten, so zum Beispiel zum Ausbau des Radwegenetzes oder zu Solarpanelen für private Dächer“, berichtet sie.

Verbraucherzentrale informierte vor Ort über Solarenergie

Zum Thema Solarenergie konnte sie die Interessierten sogleich an die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale verweisen, die genau gegenüber ihrem Stand zu diesem Schwerpunkt aufgebaut hatten. Hier informierte Fachmann Heribert Rubarke über Fragen zum Verhältnis zwischen Einspeisung ins öffentliche Netz und Selbstnutzung des erzeugten Stroms bis hin zu den Kosten für solche Anlagen. „Leider können wir belastbare Kosten nur bis Ende des Jahres nennen, denn alle drei Monate ändert sich die Höhe der öffentlichen Zuschüsse. Und im Moment sinken sie eher“, sagt Rubarke.

Zum Thema Solarenergie gab es natürlich auch bei den Stadtwerken Erkrath Auskunft. Deren Schwerpunkt zum Mobilitätstag lag bei der Information zur Anschaffung von Elektro-Autos. Die Stadtwerke haben zum Beispiel zwei Parkbuchten an der Karschhauser Straße mit Ladestationen ausgestattet. „In Erkrath sind wir im Vergleich zu der Einwohnerzahl überproportional gut mit Ladestationen ausgestattet“, sagt Ralf Maushake, Sprecher der deutschen Tochter der in den Niederlanden ansässigen Firma Allego, die Kommunen, Konzernen und Einzelfirmen Komplettlösungen für die Errichtung von Ladestationen anbietet. In ihren Geschäftsräumen in der Brügger Mühle sind Forschung und Vertrieb angesiedelt.

Ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug konnte man hingegen am Info-Desk der der „EnergieAgentur NRW“ besichtigen. Hier informierte Cathrin Camper unabhängig von wirtschaftlichen Interessen über die Nachhaltigkeit der modernen Antriebe und deren CO2-Bilanz bei der Verwendung von Brennstoffzellen oder Akkus. „Wir starten ja nicht bei null Ausstoß, wenn wir ein solches Auto fahren. Davor sind für deren Produktion bereits zahlreiche Schadstoffe und CO2-Aus­stoß angefallen“, gab die Diplom-Biologin zu bedenken. Ein Stück weiter hatte sich der Fahrradclub ADFC eingerichtet. Neun Erkrather waren dessen Aufruf gefolgt, Lastenfahrräder den Besuchern des Festes zu präsentieren. Darunter war auch Steinmetz Martin Hahn, dessen robustes himmelblaues Gefährt über eine Ladefläche vorn und einen langen Anhänger verfügt. „Ich benutze es, wo es geht, für die Auslieferung“, erzählt der umweltbewusste Unternehmer. Aus ganz anderen Gründen hat sich das Ehepaar Rudat ihr Lastenrad angeschafft: „Unsere fünfjährige Hündin Juni hat leider große Probleme mit der Hüfte. Sie liebt unsere gemeinsamen Radtouren“, berichtete Holger Rudat. Als gegen 18 Uhr alle Info-Stände abgebaut waren, ging das Sommerfest mit Musik und bester Stimmung von Gästen und Veranstaltern noch bis 22 Uhr weiter.

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